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Schadstoffbelastung macht Rückbau in Ahrweiler teurer: Asbest in der alten Akademie-Kantine

Schadstoffbelastung macht Rückbau in Ahrweiler teurer : Asbest in der alten Akademie-Kantine

Nächte Woche beginnt der Abriss des alten Wirtschaftsgebäudes und der früheren Kantine der Ahrweiler Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ). Zunächst muss eine Schadstoffsanierung erfolgen: Die Gebäude sind mit Asbest belastet.

Vor zweieinhalb Jahren war das neue Kantinen- und Konferenzgebäude der Ahrweiler Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) nach etlichen Planungspannen und zwei verschobenen ersten Spatenstichen fertig und wurde eingeweiht. Im Anschluss sollte dann eigentlich mit dem Abriss des bisherigen Wirtschaftsgebäudes samt Kantine begonnen werden. Doch daraus wurde bisher nichts.

Das Bundesamt für Bevölkerungschutz und Katastrophenhilfe in Bonn (BBK), zu dem die Akademie gehört, wollte keinen Grund nennen und verwies auf den Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), der auch für die Neubaumaßnahme in der AKNZ zuständig war.

Für den LBB erklärte Martin Treutlein auf Anfrage des General-Anzeigers: „Wie in vielen Gebäuden der Nachkriegsepoche, insbesondere aus den 1960er- und 1970er-Jahren, wurden auch im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des AKNZ asbesthaltige Bauprodukte und Bauteile verbaut.“ Die Verwendung von Asbest wurde in Deutschland im Jahr 1993 generell verboten. Ein EU-weites Verbot erfolgte im Jahr 2015.

Eine Schadstoffuntersuchung für den Rückbau des Gebäudes sei Teil der Ausschreibung des Landesbetriebs gewesen, heißt es aus Mainz. Und: „Das mit dem Rückbau beauftragte Unternehmen hat wie üblich ein Sachverständigenbüro für Rückbau und Schadstoffe eingeschaltet. Dieses legt ein Rückbau- und Entsorgungskonzept für das Gebäude vor und gewährleistet, dass die Umsetzung entsprechend diesem Konzept und unter Einhaltung aller öffentlich-rechtlichen Vorschriften ausgeführt wird.“

Unterdruck für die Sicherheit

Und wie geht es weiter? Von fest verbauten asbesthaltigen Materialien gehe in aller Regel keine Gesundheitsgefährdung aus, so der LBB. Aber: „Bei der Entfernung der Materialien können Asbeststäube freigesetzt werden. Daher wird nach den Asbest-Richtlinien mit entsprechenden Schutzvorkehrungen gearbeitet und die Schadstoffe werden fachgerecht entsorgt“, so Treutlein.

Vor dem Rückbau der eigentlichen Gebäudesubstanz würden asbesthaltige Bauteile und Materialien von einem dafür zertifizierten Unternehmen nach fachlich definierten Standards und Abläufen entfernt. Das jeweilige Arbeitsfeld werde mit Spezialfolien von der Umgebung abgeschottet. In der so entstehenden Kammer werde die Abluft gefiltert und ein Unterdruck erzeugt, damit beim Ausbauen entstehender Asbeststaub nicht nach außen dringen könne. „Die Arbeiter tragen dabei Ganzkörper- und Atemschutz“, erklärt Treutlein. „Sie betreten und verlassen die Arbeitsbereiche durch Schleusen. Das zu entsorgende Material wird luftdicht in Spezialverpackungen für den Abtransport verpackt.“

Der Rückbau des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes des AKNZ beginnt nach Angaben des Landesbetriebes in der kommenden Woche mit der Schadstoffsanierung. Das asbestbelastete Baumaterial werde in dafür zugelassenen Sondermüll-Deponien eingelagert. All das sorgt logischerweise dafür, dass der Abriss teurer wird als geplant. Dazu Treutlein für den LBB zum General-Anzeiger: „Die Kosten für den Rückbau des gesamten Gebäudes sind mit 203 000 Euro veranschlagt, davon entfallen rund 45 000 Euro auf die Schadstoffsanierung.“