Kita in Bad Neuenahr-Ahrweiler Bis zu 240 Kindergartenplätze entstehen

Bad Neuenahr-Ahrweiler · In Bad Neuenahr-Ahrweiler werden zwei von der Flut zerstörte Kitas neu gebaut. Das Blandine-Merten-Haus und die Kita St. Pius sollen zusammen rund 20 Millionen Euro kosten. Ende 2026 sollen sie fertig sein.

Architektin Nicole Bergmann stellte die Planungen für die Kitas Blandine Merten und Sankt Pius vor.

Architektin Nicole Bergmann stellte die Planungen für die Kitas Blandine Merten und Sankt Pius vor.

Foto: ahr-foto

Deutschlands größte Baustelle wird um einige Bauprojekte reicher: Die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler hat nun in der Reihe ihrer Bürgerdialoge die ersten Hochbauprojekte vorgestellt, die aktuell in der Planung sind und vor ihrer Umsetzung stehen. War die Gesellschaft seit der Flutkatastrophe in erster Linie mit Tiefbauarbeiten, der Wiederherstellung der Versorgungsstränge, mit Straßen, Sportanlagen und Parks beschäftigt, so kommen nun nach und nach Hochbauprojekte in ihre Realisierungsphase. So auch der notwendig gewordene Neubau zweier Kindergärten. Wiederaufbau-Geschäftsführer Hermann-Josef Pelgrim sprach von „bedeutsamen Projekten“. Kein Wunder: die beiden Kitas werden zusammen nahezu 20 Millionen Euro kosten. Es werden zwölf Kita-Gruppen geschaffen – dies entspricht 240 neuen Kindergartenplätzen.

Sowohl der Wiederaufbau der Kita „Blandine-Merten-Haus“ als auch der Kita Sankt Pius gehören hierbei zu den Leuchtturmvorhaben des baulichen Neuanfangs nach der Flutkatastrophe. Beide Projekte werden vom Architekturbüro Berghaus und Michalowicz (Neuwied) betreut. Sie haben in Bad Neuenahr bereits das Hospiz sowie das Inklusionshotel geplant. Architektin Nicole Berghaus stellte die beiden Häuser in der Veranstaltungsreihe „Bürgerdialog“ am Firmensitz der Aufbaugesellschaft an der Bad Neuenahrer Hauptstraße vor.

Hochwasserangepasst wiederherstellen

Zur Einführung erklärte Herbert Wiemer von der nach der Flutkatastrophe vom Stadtrat gegründeten Aufbaugesellschaft einige grundsätzliche Überlegungen zum Hochbau: „Sofern eine Sanierung möglich ist, werden die Gebäude hochwasserangepasst wiederhergestellt. Wo dies aufgrund gravierender Schäden nicht mehr möglich ist, sind Ersatzneubauten geplant. Sowohl Sanierungsprojekte als auch die zu schaffenden Ersatzneubauten wurden dabei unter dem Aspekt des hochwasserangepassten Bauens mit Blick auf Nachhaltigkeit und den Einsatz von zukunftssicherer Technik ausgerichtet geplant. So wird beispielsweise sensible Technik so hoch wie möglich montiert, oder es werden die zu verwendenden Materialien hochwasserunempfindlich gewählt.“ Das treffe auch auf die beiden neuen Kitas zu.

So sah die Kita St.Pius nach der Flut aus.

So sah die Kita St.Pius nach der Flut aus.

Foto: ahr-foto

„Wir wollen ein schönes Haus für die kindliche Bildung errichten“, erklärte Planerin Berghaus. Der Kindergarten an der Edith-Stein-Straße/Ecke Hemmesser Straße sieht acht Gruppen vor. Das Gebäude werde auf einem etwas höheren Bodenniveau errichtet als der Vorgängerbau, die Gebäudetechnik wird im Obergeschoss und auf dem begrünten Dach untergebracht, so die Architektin. So werde es auf dem vorgesehenen Flachdach eine Fotovoltaikanlage geben. Darüber hinaus werde dort die Lüftungstechnik ihren Platz finden. Wegen der im Quartier vorhandenen kleinteiligen Bebauung wolle man keinen massiven Baukörper entstehen lassen, sondern ein filigranes, gegliedertes Bauwerk. 2026 soll es fertiggestellt sein. Kosten: mehr als zehn Millionen Euro.

Besondere ökologische Kriterien

Auch das Blandine-Merten-Haus war durch die Flut schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.

Auch das Blandine-Merten-Haus war durch die Flut schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.

Foto: ahr-foto

In der Flutnacht war auch die Kita Sankt Pius an der Schützenstraße zerstört worden: Totalschaden. Ein Neubau ist erforderlich, vier weitere Kita-Gruppen werden entstehen – die zerstörte Einrichtung verfügte seinerzeit über drei Gruppen. Derzeit liegen die taxierten Baukosten bei 8,5 Millionen Euro. Der ebenfalls unter besonderen ökologischen und hochwassertechnischen Kriterien gedachte Neubau dient als Hauptgebäude zu dem bereits vor der Flut geplanten und zum Januar 2023 fertiggestellten Erweiterungsbau mit seinen drei Kita-Gruppen im Integrativen-Mehrgenerationen-Quartier an der Schützenstraße. „Der Wiederaufbau der Kita Pius bietet die Chance, das neue Haupt-gebäude mit dem Kitabereich des Mehrgenerationen-Gebäudes räumlich und funktional zu verbinden und ein Gesamtensemble mit einem attraktiven, geschützten Innenbereich zu schaffen“, so die Planerin. Mit den bereits vorhandenen drei Gruppen soll mit den zusätzlichen vier Gruppen eine Gesamtkapazität von bis zu 150 Kinder dargestellt werden.