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Bad Neuenahr-Ahrweiler: Feuerwehrleute fordern baldige Impfung gegen Corona

„Großer Unmut in den Einheiten“ : Ahrweiler Feuerwehrleute fordern baldige Impfung gegen Corona

Die Feuerwehrleute im Kreis Ahrweiler wollen endlich geimpft werden. Jetzt machten sie ihrem Unmut in Gelsdorf am Impfzentrum Luft. Die Ehrenamtlichen sehen das Land in der Pflicht.

Kreisfeuerwehrchef Michael Zimmermann ist enttäuscht. Es fehlt ihm an Wertschätzung der rheinland-pfälzischen Landesregierung gegenüber den ehrenamtlichen Helfern im Brand- und Katastrophenschutz, vor allem im Zusammenhang mit der Impfung gegen das Coronavirus.

„Trotz Ankündigung auf der einschlägigen Internetplattform des Landes läuft die Impfaktion für die Helfer des Brand- und Katastrophenschutzes mehr als schleppend. Termine für Angehörige von Feuerwehren und Katastrophenschutz sind bisher in der Prioritätengruppe 3 so gut wie nicht vergeben worden“, kritisiert er. „Dies führt zu großem Unmut in den Einheiten.“ Deshalb wandte Zimmermann sich jetzt an die Öffentlichkeit und an die örtlichen Landtagsabgeordneten, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Bereits vor zwei Wochen habe er einen Brief an den rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) geschickt, leider bisher ohne Antwort. Darin zeigte Zimmermann sein Unverständnis in Anwesenheit der Landtagsabgeordneten Susanne Müller (SPD), Horst Gies (CDU) und Petra Schneider (CDU) sowie zahlreicher hochrangiger Vertreter von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Notfallseelsorge. „Dies wollen und können wir im Interesse unserer ehrenamtlichen Kräfte nicht hinnehmen“, machte Zimmermann deutlich. Das Warten auf die Impfung und eine weitere Verzögerung sei für die hiesigen Helfer umso schwerer zu verstehen, als in anderen Kreisen in Rheinland-Pfalz wie auch im angrenzenden Nordrhein-Westfalen bereits reihenweise Feuerwehrkräfte geimpft würden. Daher solle sich Lewentz beim Gesundheitsminister für eine Sonderimpfaktion nebst der notwendigen Impfstoff-Kontingente für die Angehörigen des Brand- und Katastrophenschutzes einsetzen.

Ausbildungsdienst könnte mit Impfung wieder aufgenommen werden

Seit Beginn der Corona-Krise sei unter großen Einschränkungen und Anstrengungen der Einsatzdienst weiter aufrechterhalten worden, obwohl der Übungs- und Ausbildungsbetrieb stark eingeschränkt sei oder sogar über Wochen und Monate gar nicht stattgefunden habe. Mit einem Impfschutz könne der dringend notwendige Ausbildungsdienst wieder mit einem sicheren Gefühl für alle aufgenommen werden, so Zimmermann. Spätestens mit der geplanten Abschaffung der Priorisierung zum 7. Juni drohe die eigentlich vorgesehene „erhöhte Priorität“ von Land- und Katastrophenschutz ohnehin zu versanden.

„Das Land ist in der Pflicht“, pflichtete der CDU-Landtagsabgeordnete Horst Gies bei, denn ehrenamtliche Hilfe sei ein Geben und Nehmen. Zumal die Zurückhaltung bei den Impfungen negative Auswirkungen bis in Familien und Betriebe hinein zeige, wenn deren Mitglieder Einsätze für die Feuerwehr leisteten. Er bekräftigte noch einmal: „Impfen, impfen, impfen ist das einzig richtige.“ Dem stimmte auch die SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller zu, „denn das Ehrenamt ist unglaublich wichtig für unsere Gesellschaft.“ Sie versprach, das Anliegen bei der Landesregierung in Mainz vorzutragen.