Bad Neuenahr-Ahrweiler Stadt will Förderung für Mobilitätskonzept beantragen

Bad Neuenahr-Ahrweiler · Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat dafür gestimmt, beim Bund einen Förderantrag für ein Mobilitätskonzept zu stellen. Der Zuschuss würde bei mehr als der Hälfte der veranschlagten knapp 100 000 Euro liegen.

Knotenpunkt des Verkehrs in der Kreisstadt: der Kreisverkehr Ecke Sebastianstraße / Wilhelmstraße / L84.

Knotenpunkt des Verkehrs in der Kreisstadt: der Kreisverkehr Ecke Sebastianstraße / Wilhelmstraße / L84.

Foto: ahr-foto

Wie sollen Verkehr und die Mobilität der Menschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler künftig aussehen? Um bestehende Strukturen zu erfassen und zu bewerten und im Anschluss mögliche neue Mobilitätskonzepte auf den Weg zu bringen, wird man im Rathaus aktiv. Mehrheitlich, bei einer Nein-Stimme der AfD, beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung, die Verwaltung damit zu beauftragen, einen Förderantrag für die Anfertigung eines Mobilitätskonzepts zu stellen. Das Konzept soll einen Rahmenplan für die künftige Ausgestaltung der Mobilität im Stadtgebiet darstellen. Auf Grundlage einer umfassenden Analyse- und Bürgerbeteiligungsphase soll ein Zielsystem hergeleitet, Handlungsfelder abgesteckt und darauf basierend Maßnahmenvorschläge entwickelt werden. Diese sollen dazu beitragen, das Mobilitätsgeschehen in Bad Neuenahr-Ahrweiler orts- und klimaverträglich sowie nachhaltig auszugestalten.

Die Kernaufgabe liegt dabei in einer ganzheitlichen Betrachtung aller Verkehrsarten mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen. Die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs soll reduziert und die Angebote der Nahmobilität mit Fahrrad, zu Fuß und mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in ihrer Vernetzung gestärkt werden.

Bewilligung dauert in der Regel zwölf Monate

Ganz wichtig für den Rat: Das Mobilitätskonzept der Kreisstadt soll alltagstauglich, einfach und nachvollziehbar sein und dabei gleichzeitig offen für Modifizierungen bleiben, um eine größtmögliche Anpassung an sich ändernde Zukunftsbedingungen zu gewährleisten. Deshalb wird auch eine sukzessive Evaluierung des Stands der Umsetzung beabsichtigt. Beantragt wird ferner die Erstellung des Konzepts im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative. Das Vorhaben kann mit einem Zuschuss von 60 Prozent für fachkundige externe Dienstleister und begleitende Öffentlichkeitsarbeit durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert werden. Der Bewilligungszeitraum beträgt in der Regel zwölf Monate. Im Rathaus rechnet man mit Ausgaben von knapp 100 000 Euro, sodass knapp 40 000 Euro zu Lasten des städtischen Haushalts gehen.

Für die SPD ist das Konzept der nächste logische Schritt. „Klimaschutz und Mobilitätskonzepte bilden zukunftsweisende Grundlagen, die inhaltlichen Anforderungen zeigen aber auch, dass wir ein Mammutprojekt vor Augen haben, an dessen Ende möglicherweise die Erwartung an eine „eierlegende Wollmilchsau“, so Werner Kasel. Auch Peter Ropertz (CDU) und Wolfgang Schlagwein (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßten die Initiative, während Rolf Deißler angesichts derzeit zumeist leer umherfahrender Busse die Integrierung eines On-Demand-Systems fordert, das aber nur kommunalübergreifend Sinn ergebe und daher ein Projekt des Kreises sein sollte. Jürgen Lorentz (Wählergruppe Jakobs) sieht einen Konflikt mit dem bald entstehenden Parkhaus auf dem Moses-Parkplatz.