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Kurgartenstraße in Bad Neuenahr: Bad Neuenahrer Flaniermeile erhält ein neues Gesicht

Kurgartenstraße in Bad Neuenahr : Bad Neuenahrer Flaniermeile erhält ein neues Gesicht

Bad Neuenahr plant die Umgestaltung seiner Flaniermeile – der Kurgartenstraße. Eine reine Fußgängerzone soll aber nicht entstehen.

Sie ist nur 270 Meter lang und gilt doch als Herzstück der Kurstadt Bad Neuenahr: Die Kurgartenstraße ist wichtige Promenade, Vorzeige-Flaniermeile, Zubringer zu Kurpark, Steigenberger-Hotel und Thermalbadehaus.

Zudem ist sie eine wichtige Verkehrsachse und verbindet die Innenstadt mit Kliniken, Häusern und Wohnungen im südlichen Kurviertel. Nun sollen der Vorplatz der an der Brücke gelegenen Martin-Luther-Kirche und die Straße umgestaltet werden. Mitte des nächsten Jahres will man die Bauarbeiten abgeschlossen haben.

Schon vor mehr als hundert Jahren lustwandelten zur Kur in Bad Neuenahr weilende Menschen über Brücke und Straße, sahen sich die Auslagen in den dort gelegenen kleinen Geschäften an oder genossen den Ausblick in den schmucken Kurgarten und auf die Fassaden der an der Ostseite gelegenen prunkvollen Bauten.

Die zum Leidwesen zahlreicher Bad Neuenahrer und Gäste grundsätzlich für den Verkehr freigegebene Kurgartenstraße stellt heute eine wichtige Verbindung in der Verkehrsachse zwischen dem nördlich und südlich der Ahr gelegenen Geschäftsbereich, wie auch den südlich angrenzenden Klinikstandorten und Wohnbereichen dar. Die aus der Telegrafenstraße über den Vorplatz der Martin-Luther-Kirche kommenden Fahrzeuge erreichen hierüber wichtige Straßen, wie die Mittel- und die Hochstraße.

Bereits kurz nach der Fertigstellung der letzten Ausbaumaßnahme im Juni 2001 stellte sich allerdings heraus, dass insbesondere der Unterbau nicht für eine Belastung durch regelmäßigen Fahrverkehr geeignet ist. Regelmäßig kommt es zu massiven Absenkungen im Betonsteinpflaster und zum Bruch der Natursteinplatten aus Grauwacke im Bereich der Straßenmitte. Ein Flickenteppich aus Asphaltstücken und Pflasterergänzungen ist die Folge.

Zukünftig soll eine bituminöse Fahrbahn im Bereich der heutigen Fahrspur den Fahrzeugverkehr aufnehmen, berichtete die Stadtverwaltung, die dem Bauausschuss Umgestaltungspläne vorlegte. Zudem sind versenkbare Poller vor der Kurgartenbrücke und der Lindenstraße vorgesehen, die zur zeitweisen Sperrung oder Öffnung für den Durchgangsverkehr in der Kurgartenstraße und der Lindenstraße dienen sollen. Fünf Meter soll die neue, mit einigen Pflasterstreifen aufgelockerte Asphaltfahrbahn breit werden, rechts und links von ihr werden nach den Plänen gepflasterte Flanierzonen entstehen. Die Fahrbahn selbst wird leicht verschwenkt, sodass keine zum schnellen Fahren animierende schnurgerade Straßenführung entsteht.

An eine Schließung der Kurgartenstraße für den Autoverkehr ist derzeit nicht gedacht, unterstrich Bürgermeister Guido Orthen. Man wolle auch die Auswirkungen einer geplanten Bebauung der westlichen Seite der Straße abwarten und dann gegebenenfalls neu entscheiden. „Wir halten uns alle Optionen offen“, so Orthen, der darauf hinwies, dass eine Sperrung der Kurgartenstraße seit nahezu 30 Jahren in immer wieder neu aufflackernden Diskussionen Gegenstand der Betrachtung ist. „Wenn wir es irgendwann wollen, können wir auch schließen, temporär ist das dank der Poller ohnehin jederzeit machbar“, sagte Orthen.

Noch nicht ganz geklärt ist, wie mit dem Baumbestand verfahren wird. Derzeit sieht die Planung vor, dass er bis auf einen Baum bestehen bleibt und mit acht Neupflanzungen angereichert wird. Wolfgang Schlagwein (Grüne) sprach sich für mehr schattenspendende Bäume aus, Orthen kann sich indes auch zusätzliche mobile Pflanzenpyramiden mit Palmen vorstellen, die „einer Kurstadt gut zu Gesichte stehen“ und der Stadt einen „mediterranen Touch“ geben könnten.

Im Hinblick auf den trotz intensiver Unterhaltungsarbeiten insgesamt mangelhaften Zustand der Oberfläche in dem als Fahrspur genutzten Bereich sowie die Aussicht, dass die Kurgartenstraße zur Landesgartenschau 2022 den Verbindungsweg zwischen der Ahrpromenade und der Veranstaltungsfläche Kurpark darstellen wird, wurden im Haushalt der Stadt entsprechende Finanzmittel für die Umgestaltung der Kurgartenstraße und den Vorplatz vor der Martin-Luther-Kirche eingestellt: Rund 670 000 Euro soll die Umgestaltungsmaßnahme kosten, wobei die Stadt hofft, Fördermittel aus dem Förderprogramm „Aktive Stadtzentren“ zu bekommen.

Die Bauarbeiten sollen schon bald beginnen, da die Fertigstellung vor der Eröffnung der Landesgartenschau im April 2022 gewährleistet sein muss. Mitte 2021 soll es die neue Kurgartenstraße bereits geben.