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Bahnhof Bad Neuenahr: Bauarbeiten am Bahnhof in Bad Neuenahr sorgen für Rätsel

Bahnhof Bad Neuenahr : Bauarbeiten am Bahnhof in Bad Neuenahr sorgen für Rätsel

Der Bad Neuenahrer Bahnhof ist eingerüstet. Handwerker arbeiten am denkmalgeschützten Gebäude, dessen Sanierung eigentlich schon für Ende 2018 geplant war. Was nun genau an der Baustelle passiert, ist unklar.

Gearbeitet wird nach einer Weile der Stagnation unter Hochdruck: Der Bahnhof in Bad Neuenahr ist eingerüstet, Handwerker scheinen in allen Teilen des Gebäudes zu Gange zu sein. Was genau wann gemacht wird, ist derzeit allerdings offenbar eine geheime Kommandosache: Der Hennefer Ingenieur Horst Löwenberg und der Troisdorfer Bauunternehmer Bernhard Brodeßer, die das markante denkmalgeschützte Gebäude Mitte 2017 für angeblich rund 620.000 Euro von der Bundesbahn abgekauft hatten, wollen hierzu keine Auskunft geben.

„Zu dieser Baustelle geben wir derzeit keine Stellungnahme ab“, hieß es auf GA-Anfrage aus Brodeßers Firma. Die Bahnsteige und die Gleisanlagen blieben beim damaligen Verkauf des Bahnhofgebäudes verständlicherweise weiter im Eigentum der Bahn, wie auch das Reisezentrum mit seinem Fahrkartenschalter im Haupttrakt des Bahnhofgebäudes für die Bahnkunden erhalten bleibt. Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes sollte ansonsten kräftig Hand angelegt werden, hatten Löwenberg und Brodeßer vor zwei Jahren dem General-Anzeiger mitgeteilt. Sie wollten aus dem Bahnhof wieder „ein prächtiges Gebäude machen“.

Ursrpünglicher Termin für die Fertigstellung war Ende 2018

Dazu sollte auch die Neugestaltung des Gastronomiebereiches oder auch die Kernsanierung der insgesamt sechs Wohnungen, die sich im Bahnhof befinden, gehören. Ursprünglich anvisierter Fertigstellungstermin: Ende 2018. Warum es zu den Zeitverzögerungen kam, ist nicht zu erfahren. Damals war noch offen, in welcher Weise die außer für den eigentlichen Bahnbedarf, die Gastronomie und die Wohnungen vorhandenen Gebäudeteile im einzelnen genutzt werden sollten.

Brodeßer vor zwei Jahren: „Wir verhandeln mit Interessenten.“ Der Troisdorfer zeigte sich damals sicher, dass aus dem Bahnhof ein besonderes Schmuckstück werden soll, ein „neues Tor zur Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler“, wie er wörtlich sagte. Seither geben sich Brodeßer und Löwenberg zurückhaltend, wenn es um den aktuellen Sachstand geht.

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hat jedenfalls ihren Teil längst dazu beigetragen, dass das Entrée zur Kurstadt wieder auf Vordermann gebracht wird: Der Bahnhofsvorplatz ist bis auf Feinarbeiten so gut wie fertig, die Anbindung zum Stadteingang Bad Neuenahr-Ost ist mit einer neuen Straße, neuen Lampen und neuen Bushaltestellen mit großem finanziellen Aufwand vollzogen. Vor dem Bahnhof wurde zudem ein großer Kreisel gebaut, damit eine Ampel an der Ecke zur Landgrafenstraße nicht mehr notwendig ist.

Die Bauarbeiten für das Bahnhofsgebäude begannen 1879

 1879 wurde der Grundstein für das Hauptgebäude des Bad Neuenahrer Bahnhofs gelegt, nur ein Jahr später fuhr der erste Zug zur Eröffnung der Ahrtalstrecke mit „gehobenen Herrschaften“ ein. „Der Jubel wollte beim Empfang kein Ende nehmen“, heißt es in den Annalen. Die geladenen Gäste hatten im Anschluss kräftig im Kurhaus beim Festmahl gefeiert. Ab September 1880 konnte dann das allgemeine Publikum die Personenbeförderung der Ahrtalbahn nutzen. Der Güterverkehr wurde im Oktober desselben Jahres aufgenommen.

Ende der 1920er-Jahre wurde der Bahnhof wesentlich erweitert und erhielt in den Grundzügen sein heutiges Aussehen. Als Baumaterial dienten einheimischer Bruchstein und Tuff. Das unter Denkmalschutz stehende Haus hat drei Geschosse und verfügt über ein Walmdach.