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Beschädigte Schulen im Kreis Ahrweiler müssen nicht abgerissen werden

Gutachten nach der Flut : Beschädigte Schulen im Kreis Ahrweiler müssen nicht abgerissen werden

Die Schäden durch die Flutwelle bei den kreiseigenen Schulen belaufen sich im Kreis Ahrweiler auf mehr als 100 Millionen Euro. Zu Schulschließungen oder zum Abriss von Schulgebäuden werde es aber nicht kommen, sagt Kreisbeigeordneter Horst Gies.

An den Schulen in Trägerschaft des Kreises Ahrweiler ist durch die Flutwelle ein Schaden in Höhe von mehr als 78 Millionen Euro entstanden. Insbesondere das Are-Gymnasium, das Peter-Joerres-Gymnasium, die Levana- und Don-Bosco-Schule sowie die Berufsbildenden Schulen hatte es hart getroffen – bedingt durch ihre große Nähe zur Ahr. Die vorläufige Schadenssumme erstreckt sich zunächst lediglich auf die Schäden an den Gebäuden und an der Technik. Nicht enthalten sind Zerstörungen am Inventar. Die werden vermutlich mit weiteren 28 Millionen Euro zu Buche schlagen. Kreisbeigeordneter Horst Gies (CDU) unterstrich, dass es nicht zu Schulschließungen oder zum Abriss von Schulgebäuden kommen werde. Gutachten hätten ergeben, dass alle von der Flutkatastrophe betroffenen Schulen grundsätzlich sanierungsfähig seien.

Auf 250 Seiten erstreckt sich die Expertise von Sachverständigen, die jede einzelne Schule unter die Lupe nahmen. Danach steht fest, dass kein Gebäude so in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass eine künftige Nutzung ausgeschlossen ist. „Die Frage aber ist, welche Risiken für diese Schulstandorte in unmittelbarer Nähe der Ahr bei künftigen Hochwassern bestehen“, sagte Gies im für Gebäude und Schulen zuständigen Werksausschuss. Man wolle daher eine Risikoanalyse durchführen. In diesem Zusammenhang soll geprüft werden, ob ein baulicher Hochwasserschutz am derzeitigen Standort jeweils sinnvoll und ausreichend ist, oder ob ein völlig neuer Schulstandort angestrebt werden muss.

Unterricht in Containern

Das gilt beispielsweise auch für die Levana- sowie die Don-Bosco-Schule. Beides sind Förderschulen. Unabhängig von Fragen der Wirtschaftlichkeit erscheine es aus Sicht der Kreisverwaltung zwingend erforderlich, vor einem Wiederaufbau des Förderschulzentrums in Bachem die Frage zu thematisieren und sorgfältig abzuwägen, ob insbesondere im Hinblick auf die unmittelbare besondere Ahrnähe der beiden Schulen die Errichtung eines neuen Schulstandorts Sinn mache.

Wenngleich auch kein fester Zeithorizont festgelegt wurde, so war man sich im Werksausschuss einig, dass erste Ergebnisse in spätestens einem halben Jahr vorliegen sollen. Kreisbeigeordneter Gies warnte in diesem Zusammenhang vor „Blauäugigkeit“: „Es ist nicht davon auszugehen, dass alles eins zu eins wieder neu aufgebaut werden kann.“

Gies teilte mit, dass nach derzeitigem Kenntnisstand Ende November die ersten Schüler, die derzeit in auswärtigen Schulen unterrichtet werden müssen, wieder an ihre alte Schule zurückkehren können. Unter anderem am Peter-Joerres-Gymnasium. Ihnen stehen dann an alter Schule Provisorien wie Container zur Verfügung. Die Sanierungsarbeiten machten insgesamt gute Fortschritte.

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