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Burgunderfest in Bad Neuenahr: Traditionelles Weinfest im Miniformat

Traditionelles Weinfest : Bad Neuenahrer Burgunderfest fand im Miniformat statt

Die Weingüter Burggarten, Lingen und Sonnenberg riefen und 1500 Wanderer kamen zum traditionellen Burgunderfest nach Bad Neuenahr. Dies fand zwar in kleinerem Format statt, erfreute aber dennoch die von Weinstand zu Weinstand ziehenden Besucher.

Das hat es in 24 Burgunderfest-Jahren noch nicht gegeben: ein Fest, das nach dem ersten Teil, also der Wanderung durch die Weinberge, abgebrochen wird. Ohne große Abschlussparty mit Tanz in den Wingerten. Aber in Zeiten der Corona-Einschränkungen musste die Party ausfallen. „Es ist gut, dass überhaupt etwas gemacht wurde“, sagte Elly Sion aus Siegburg. Die 36-Jährige war in den vergangenen Jahren stets mit ihrer Clique zu Gast, wenn die Weingüter Burggarten, Lingen und Sonnenberg zum Burgunderfest riefen. So wie sie dachten viele, die sich am Samstag bei bestem Wanderwetter einen schönen Tag an der Ahr machten.

An den Ausschankstationen gab es Einlasskontrollen, die Registrierung der Besucher war notwendig. Wer vom Haltepunkt Ahrweiler Markt in die Weinberge stieg, sah sich an der Urbanuskapelle erst einmal Absperrungen gegenüber. Aber die Aufnahme der Kontaktdaten funktionierte reibungslos, jeder Gast erhielt ein Armband, Glas und Wertmarken, dann konnte es losgehen. Schon an der ersten Station herrschte gute Stimmung, hier schenkte das Weingut Sonnenberg aus. Dass die Gäste es nicht bei einem Glas beließen, verstand sich fast von selbst.

Dafür war es sitzend auf Strohballen oder unter der Pergola mit herrlichem Blick auf Ahrweiler auch zu gemütlich. Die Temperaturen waren angenehm, sowohl zum Wandern wie zum Weingenuss, auch wenn sich die Sonne hinter Wolken versteckte. Das Duo Soundkitchen sorgte für Musik. Viele Arrangements waren im Vorverkauf weggegangen, allein rund 600 über das Onlineportal. „Das sind in der Regel die mit längerer Anreise, die hier übernachten“, betonte Organisatorin Michaela Wolff die Bedeutung des Festes für die Gastgeber in der Region. Die Corona-Verordnung begrenzt die Menschen auf einem Platz auf 350. „Da müssen wir aufpassen, dass das nicht überschritten wird“, so Wolff, die von insgesamt rund 1500 Festgästen ausging.

In Höhe Lantershofen war die zweite Station aufgebaut. Man ließ sich am Wegesrand nieder und genoss den Blick über Stoppelfelder, Weinberge und die Kreisstadt. Die Gastgeber hinterm Tresen waren durch jede Menge Plastik gegenüber ihren Kunden geschützt. Voll wurde es an der dritten Station oberhalb der Hemmessener Hütte. Dort schenkte das Weingut Burggarten aus, allmählich sah man den ersten Gästen die Strapazen von Wanderung in Kombination mit Burgunder an.

Bewusst hatte man am vierten Anlaufpunkt im Dellmich, wo die Weingüter mit einem gemeinsamen Ausschank aufwarteten, auf ein Speisenangebot verzichtet. „Wir haben es bewusst etwas ungemütlicher eingerichtet, damit sich das hier nicht zu einem Abschlussfest verselbstständigt“, so Tanja Lingen. Wolff geht davon aus, dass das Fest diesmal kein Zuschussgeschäft wird: „Die großen Kosten entstehen ja auf der Festwiese, und die haben wir in diesem Jahr nicht aufgebaut.“

Seit 1996 laden die Weingüter Sonnenberg (Bad Neuenahr), Burggarten (Heppingen) und Peter Lingen (Bad Neuenahr) jährlich am letzten Julisamstag zum Burgunderfest nach Bad Neuenahr ein. In den vergangenen Jahren gab es immer neue Besucherrekorde, 2019 wurde deren Zahl auf 5000 geschätzt.