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Das ist der Stand beim Kita-Wiederaufbau in Bad Neuenahr-Ahrweiler​

Nach der Flut : Das ist der Stand beim Kita-Wiederaufbau in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bad Neuenahr-Ahrweiler baut fünf flutgeschädigte Kindertagesstätten wieder auf. Die Zahl der Gruppen und Plätze soll erhöht werden. In einer Einrichtung könnte der Betrieb im Herbst starten.

Die Situation der fünf flutgeschädigten Kindertagesstätten in Bad Neuenahr-Ahrweiler war jetzt das Thema im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt. Bürgermeister Guido Orthen (CDU) informierte über den Stand beim Wiederaufbau und gab bekannt, wann der Betrieb der Kitas starten könnte.

Bei der Kita Rappelkiste in Bachem rechnet der Bürgermeister mit einer Wiederaufnahme des Regelbetriebes im September oder Oktober dieses Jahres. Parallel läuft die Wiederherstellung des Außengeländes. Aktuell sind noch zwei Gruppen mit je 20 Kita-Plätzen in den Erdgeschossräumen der Alten Schule Bachem untergebracht. Da auch nach Wiederbezug der sanierten Gruppen in der Kita Rappelkiste ein Bedarf verbleibt, gibt es Überlegungen, die beiden temporären Gruppen in der Alten Schule Bachem bis auf Weiteres parallel zu betreiben.

Längere Bauzeiten im Überschwemmungsgebiet

Die Arbeiten zum Wiederaufbau der Kita Arche Noah im Mehrgenerationenhaus Bad Neuenahr laufen ebenfalls. Die Kita liegt zwar innerhalb des vorläufigen, neu festgelegten Überschwemmungsgebietes, genießt aber Bestandsschutz. Allerdings müssen beim Wiederaufbau die aktuelle Situation und die Lehren aus dem Hochwasser berücksichtigt werden.

Ein Teilbereich wird räumlich neu geordnet und um eine WC-Anlage mit zusätzlichem Wickelbereich erweitert. Die baulichen Herausforderungen im Überschwemmungsgebiet führen zu längeren Bauzeiten, sodass mit einer Wiederinbetriebnahme der Kita frühestens im Frühsommer 2023 gerechnet wird. Die westlich gelegenen Gruppen werden allerdings so ausgestaltet, dass sie im Bedarfsfall zu einer städtischen Betriebskindertagesstätte umgenutzt werden können.

Die katholische Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler hat erklärt, die zerstörte Kita Sankt Mauritius in Heimersheim nicht wiederaufzubauen. Inzwischen konnte die Stadt ein Grundstück in unmittelbarer Nähe des Bestandsgebäudes erwerben, um dort einen Ersatzneubau zu realisieren. Das entsprechende Bebauungsplanverfahren ist in Bearbeitung. Die neue Kindertagesstätte soll in der Bauträgerschaft der Stadt stehen, aber weiter in der Betriebsträgerschaft der Katholischen Kita gGmbH.

Vorgesehen ist die Errichtung einer sechsgruppigen Einrichtung, also der Ersatz der bisherigen viergruppigen Kita, ergänzt um zwei weitere Gruppen. Dieser zusätzliche Bedarf resultiert aus der bereits bestehenden Bevölkerungsentwicklung wie auch der geplanten Baulandentwicklung in den östlichen Stadtteilen. Mit dieser Lösung könnte die geplante bauliche Nutzung des Außengeländes der Kita Sterntaler entfallen. Der dort aufgestellte Bauwagen der naturpädagogischen Gruppe könnte an diesem Standort bleiben, und zudem wäre für die Zukunft die Option gegeben, hier bei Bedarf immer noch die Kita zu erweitern. Läuft alles nach Plan, wird die Einrichtung im ersten Halbjahr 2024 eröffnet.

Gebäude der größten Kita musste abgerissen werden

Auch für die Kita Sankt Pius hat die katholische Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler erklärt, sie nicht wiederaufzubauen. Inzwischen wurde hinsichtlich des Ankaufs des Grundstückes Einigkeit zwischen Pfarrei und Stadt erreicht, ein Notartermin ist vereinbart. Vorgesehen ist die Errichtung einer viergruppigen Einrichtung. Damit würde auch hier die bisherige dreigruppige Kita um eine weitere Gruppe erweitert. Zudem ist beabsichtigt, die sich bereits im Bau befindenden drei Kita-Gruppen im Integrierten Mehrgenerationenquartier so mit dem Neubau zu verbinden, dass insgesamt eine zusammenhängende siebengruppige Kindertagesstätte entsteht. Bürgermeister Orthen rechnet mit einer Inbetriebnahme im ersten Halbjahr 2024.

Das Blandine-Merten-Haus als mit sieben Gruppen und 145 Plätzen bisher größte Kindertagesstätte in Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde von der Flut so massiv beschädigt, dass eine Sanierung nicht möglich war. Das Gebäude wurde bereits abgerissen. Nach anfänglichen Unterbringungsschwierigkeiten ist die Kita mittlerweile in einer Containeranlage im Innovationspark Rheinland untergekommen, wo die Herrichtung eines Außengeländes in Planung ist.

Die 20 fehlenden Plätze sollen möglichst zeitnah im Kloster Calvarienberg als temporäre Erweiterung der dort befindlichen Katholischen Kita St. Laurentius geschaffen werden. Dennoch ist ein möglichst schneller Wiederaufbau am ursprünglichen Standort angezeigt. Geplant ist auch hier die bedarfsgerechte Erweiterung um eine weitere Gruppe. Mit der Inbetriebnahme der Einrichtung rechnet Orthen im ersten Halbjahr 2024.