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Digitalisierung für Senioren: Digitale Engel erklären Internet im Kreis Ahrweiler

Digitalisierung für Senioren : Digitale Engel erklären Internet im Kreis Ahrweiler

Besonders ältere Menschen leiden aktuell pandemiebedingt an Vereinsamung. Virtuelle Kommunikation mit der Familie oder Freunden kann Abhilfe schaffen. Die deutschlandweit aktive Initiative "Digitale Engel" ist aktuell in der Ahr-Region unterwegs und klärt Internet-Neulinge über Kommunikation, Kaufen und Verkaufen sowie Sicherheit im Netz auf.

Der Drechselmaschine ist deutlich im Hintergrund zu hören. Seine Frau muss deswegen laut rufen, damit Klaus M. den Interview-Anruf des General-Anzeigers bemerkt. Der 78-jährige Sinziger wendet sich von seinem liebsten Hobby ab und dem Telefonhörer zu. „Ich erinnere mich an den Ausgang der 80er-Jahre: Damals haben wir angefangen, auf der Arbeit mit Computern zu arbeiten. Wir mussten allerlei Daten eingeben, und das war recht kompliziert. Ich bin also nicht ganz unerfahren im Umgang mit PCs“, bekräftigt Klaus M, der nicht mit Nachnamen genannt werden möchte.

„Deswegen war ich neugierig, was die uns eigentlich beibringen wollen.“ Mit „die“ sind die „Digitalen Engel“ gemeint, ein Zusammenschluss von Mitgliedern des Berliner Vereins „Deutschland sicher im Netz“. Sie reisen durch ganz Deutschland – momentan virtuell – um ältere Menschen für die Digitalisierung zu begeistern. Der Verein ist Teil der bundespolitischen Digitalisierungsstrategie und wird vom Bundesinnenministerium gefördert. Die Digitalen Engel halten Seminare ab und kooperieren mit lokalen Partnern vor Ort: im Kreis Ahrweiler mit der Beratungs- und Koordinierungsstelle Ehrenamt, den Quartiersprojekten in der Grafschaft und in Remagen sowie dem Mehrgenerationenhaus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ziel sei es, die täglichen Abläufe und Gewohnheiten durch digitale Anwendungen zu erleichtern, Ängste abzubauen und digitale Angebote vorzustellen.

Zusätzlicher Termin im Kreis dank großer Nachfrage

„Die Teilnehmer machen das vor allem, weil sie ihre Enkel nicht mehr sehen können“, weiß Digitaler Engel Monika Schirmeier. „Sie haben Angst, sie zu besuchen und sich mit Corona anzustecken. Das Internet bietet großartige Möglichkeiten der Kommunikation, zum Beispiel per Mail oder Messenger. Manchen Teilnehmern wird erst im Seminar bewusst, wie wertvoll hierfür soziale Netzwerke sein können.“ Unterstützt wird Schirmeier von ihren Kollegen Johannes Giller, Maresa Lohmann und der Projektleiterin Katharina Kunze sowie bis zuletzt Hagen Lindner. Momentan seien sie in Hessen unterwegs, davor waren sie in Rheinland-Pfalz. „Aber die Nachfrage im Kreis Ahrweiler war so groß, dass wir gerne noch einen zusätzlichen Termin hier veranstalten.“ In den vergangenen drei Zoom-Konferenzen ging es um die Themen Online Kaufen und Verkaufen, Computerspiele und Kommunikation im Netz. Weitere Themen der Digitalbotschafter sind Sicherheit im Internet und Bediengrundlagen von Smartphones und Tablets.

Nicht alle trauten sich, zu sprechen, die meisten seien zum ersten Mal in einer Videokonferenz. Die Teilnehmer seien aber sehr froh gewesen, mitgemacht zu haben. Dies bestätigt auch Mechthild Haase von der Beratungs- und Koordinierungsstelle Ehrenamt des Kreises: „Mit viel Einfühlungsvermögen und Freundlichkeit haben Frau Schirmeier und Herr Lindner die Veranstaltung durchgeführt“, habe sich ein Teilnehmer bedankt.

Teilnehmen würde Klaus M. in jedem Fall erneut. „Ich würde mich auch selbst mit dem Thema Sicherheit einbringen wollen.“ Der großen Nachfrage wegen wird es einen weiteren Online-Termin zum Thema „Kaufen und Verkaufen im Internet“ am Donnerstag, 18. Februar 2021, zwischen 15:00 und 16:30 Uhr geben. Es wird geraten, sich schnell per E-Mail unter haase-m@caritas-ahrweiler.de anzumelden, da nur noch wenige Plätze frei seien. Mit der Anmeldung wird den Teilnehmenden ein Link zugeschickt, der kurz vor Beginn mit einem Klick zur Veranstaltung führt.