Neues Ärzte- und Hebammenteam gefunden Frauenklinik mit Geburtsstation im Ahrtal bleibt bestehen

Bad Neuenahr-Ahrweiler · Weil der Chefarzt der Frauenklinik im Krankenhaus Maria Hilf bald in den Ruhestand geht, lief die Suche nach Ersatz in Ahrweiler intensiv – und lange Zeit erfolglos. Jetzt verkündet das Klinikum, dass die Geburtshilfe und Gynäkologie bestehen bleiben.

 Gute Nachrichten im Ahrtal: Die Frauenklinik mit Geburtsstation bleibt bestehen

Gute Nachrichten im Ahrtal: Die Frauenklinik mit Geburtsstation bleibt bestehen

Foto: dpa/Arno Burgi

Aufatmen im Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler: Die Suche nach einer Nachbesetzung der Chefarzt- und Oberarztposition für die Abteilung Geburtshilfe und Gynäkologie war lang – und schließlich erfolgreich. Nachdem der amtierende Chefarzt der Abteilung, Josef Spanier, im März verkündet hatte, im Sommer dieses Jahres in den Ruhestand gehen zu wollen, hat das Klinikum die frei werdende Chef- und eine Oberarztstelle zwar ausgeschrieben. Doch weder in den eigenen Reihen der großen Klinikgruppe noch über Personalvermittler hatte sich zu der Zeit ein passender Kandidat finden lassen. Also ist die Marienhaus-Gruppe in die Offensive gegangen und hat erstmalig mit einer aufwendigen Medienkampagne potenzielle Nachfolger gesucht, um eine mögliche Schließung der Abteilung Frauenklinik zu verhindern. Und das hat sich gelohnt, wie die Marienhaus-Gruppe am Montag bei einer Pressekonferenz mitteilte: Als Chefarzt führt Haydar Altamini zusammen mit dem neuen Oberarzt Hussein Hannan ab dem 1. September die Abteilung fort.

 Über die weiteren Entwicklungen der Frauenklinik sprachen Thomas Lepping, Josef Spanier und Thomas Kopp (von links).

Über die weiteren Entwicklungen der Frauenklinik sprachen Thomas Lepping, Josef Spanier und Thomas Kopp (von links).

Foto: Martin Gausmann

Damit ist eine unmittelbare und ortsnahe Versorgung für werdende Mütter und Frauen sichergestellt. Bis dahin schiebt Spanier den Eintritt in seinen Ruhestand auf, „um für einen guten Übergang an meinen Nachfolger zu sorgen“, sagte er. Dabei unterstützt ihn Oberärztin Barbara Schlesinger: Sie ist weiterhin als Leitende Oberärztin der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe tätig und führt das Brustzentrum als Senior-Operateurin.

„Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt“

Mit Altamini und Hannan hat das Klinikum eigenen Angaben zufolge erfahrene Nachfolger gefunden. Beide haben ihr Medizinstudium in Syrien absolviert. Seit vergangenem Jahr war der 41-jährige Hannan zunächst in Andernach, dann in Dernbach als Oberarzt beschäftigt. Da er in Remagen wohnt, freut er sich laut Spanier, bald wieder in der Region zu arbeiten. Noch nicht im Kreis Ahrweiler wohnt der 53-jährige Altamini. Doch Spanier zufolge ist der Umzug in die Region bereits geplant.

Auch sprachlich sind beide breit aufgestellt. So beherrscht Hannan Deutsch, Kurdisch, Arabisch und Englisch, Altamini spricht Deutsch, Englisch und Arabisch. Aufmerksam geworden sind beide auf die ausgeschriebenen Stellen über die medienwirksame Kampagne des Klinikums. Diese startete am 14. März mit Radiospots, Großplakaten in mehreren westdeutschen Städten und Videos. „Zuerst lief die Kampagne schleppend an“, so Thorsten Kopp, Kaufmännischer Direktor des Marienhaus Klinikums. Doch dann habe es immer mehr Bewerbungen gegeben. Dietmar Bochert, Leiter Kommunikation und Marketing, ergänzte: „Der Aufwand hat sich definitiv gelohnt.“

Kreißsaal schließt für sechs Wochen

Dadurch ist die Frauenklinik im Ahrtal in der Lage, nach wie vor das gesamte Leistungsspektrum Gynäkologie anzubieten. Dazu zählen unter anderem Diagnostik, Operationen, Krebstherapie und Vorsorge. Außerdem bestehen weiterhin alle Sprechstunden für Gynäkologie und Geburtshilfe, und die Beratung durch Hebammen sowie ihre Erreichbarkeit rund um die Uhr ist auch in Zukunft gewährleistet.

Herausfordernd ist die Situation an der Ahr jedoch immer noch: Bei der Pressekonferenz verkündete Chefarzt Thomas Lepping, dass es innerhalb der vergangenen zwei Wochen in der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe fünf Schwangerschaftsmeldungen gab. Dazu kamen noch zwei Krankmeldungen. Unter diesen „Ausfällen“ seien sechs Ärztinnen. Deswegen müsse der Kreißsaal bis Sonntag, 24. Juli, schließen. „Wir haben im Umfeld alles organisiert und alle für den Zeitraum mit Geburtstermin errechneten Patientinnen persönlich informiert, sodass niemand Sorge haben muss“, so Spanier. „In diesem kurzen Zeitraum sind alle werdenden Mütter bestmöglich versorgt.“

Des Weiteren seien alle niedergelassenen Frauenärzte sowie weitere Kliniken informiert. Indes nutzt das Klinikum die Zeit, um notwendige Renovierungsarbeiten in dem Bereich der Frauenklinik durchzuführen.

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