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Nicht privat anreisen: Freiwillige Helfer dürfen per Shuttle doch an die Ahr kommen

Nicht privat anreisen : Freiwillige Helfer dürfen per Shuttle doch an die Ahr kommen

Eigentlich sollten Freiwillige Helfer erst einmal zu Hause bleiben. Doch nun hat sich die Verkehrslage an der Ahr offenbar etwas beruhigt. Per Shuttle ist die Anreise von der Grafschaft aus möglich.

Nach der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler war der Ansturm der freiwilligen Helfer in die Krisengebiete riesengroß. Die Folge: der Verkehr kollabierte. Shuttlebusse waren überfordert, teilweise brauchten die Helfer Stunden für die letzten Kilometer. Hinzu kam eine große Menge an Lastkraftwagen und Traktoren, die bei der Entsorgung der Müllmengen unterstützend tätig werden wollten. Schon am Samstagmittag zog der Krisenstab die Reißleine und forderte alle Freiwilligen auf, das Ahrtal zu verlassen. Mittels eingesetzter Shuttlebusse versuchte man, die Menschen aus dem Tal zu bringen. Und sie sollen den Orten an der Ahr auch ein paar Tage fernbleiben, so die Leiterin des Katastrophenschutzstabs, Begona Hermann. Bis einschließlich Montag war das eigentlich vorgesehen. Doch laut Lagezentrum hat sich die Verkehrslege inzwischen offenbar etwas beruhigt, sodass die Anreise von Helfern doch möglich ist. Allerdings sollen diese mit ihrem Privatwagen nur bis in die Grafschaft fahren und von dort den Shuttleservice nutzen.

Aus allen Orten machen sich neben Bundeswehr und THW auch viele Fahrer von Lastkraftwagen und Traktoren über Nebenstrecken auf zur Deponie „Auf dem Scheid“ in Niederzissen, wo 120 Müllwerker im Einsatz sind. Zurück geht es dann über die Autobahn A61 in Richtung Ahrtal. Die rechte Fahrspur der Autobahn in Fahrtrichtung Köln ist daher auch für den Individualverkehr gesperrt und langsameren schweren Räumfahrzeugen vorbehalten. Eine erste Prognose geht von 200.000 Kubikmetern Sperrmüll und rund 50.000 bis 60.000 Elektrogeräten aus, die im Müll landen. Hinzu kommen Unmengen Bauschutt, Treibgut und hunderte von Fahrzeugen, so Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Auf einer Länge von 40 Kilometern hat die Flut rund 7000 Objekte erreicht.

Von den 550 Mitarbeitern der Kreisverwaltung seien rund 200 selbst persönlich von der Flutkatastrophe betroffen und überwiegend freigestellt. Aus Nachbarkommunen habe man personelle Amtshilfe erhalten, was auch für den Abfallwirtschaftsbetrieb gelte. Dennoch hab man es geschafft, von mehreren tausend seit Donnerstag gestellten Anträgen auf Soforthilfe in den ersten beiden Tagen bereits 2000 Anträge abarbeiten zu können. „Das geht alles unbürokratisch, Anträge können sogar mündlich gestellt werden, so der Landrat.“