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Geburtsstation in Bad Neuenahr​: Landrätin Weigand zur Schließung

Schließung von Geburtsstation in Bad Neuenahr : Landrätin Weigand kündigt Runden Tisch an

Nach der Schließung der letzten Geburtshilfe im Kreis Ahrweiler hat Landrätin Cornelia Weigand einen Runden Tisch angekündigt. Eingeladen sind Vertreter des Betreibers und der Politik. Ein erstes Treffen werde es in Kürze geben.

Ahr-Landrätin Cornelia Weigand (parteilos) hat als Reaktion auf die vom Betreiber angekündigte Schließung der stationären Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr einen Runden Tisch einberufen. Dort sollen gemeinsam mit allen Verantwortlichen kurz- und längerfristige Lösungen für den Wegfall des letzten verbliebenen Angebots seiner Art im Kreis erarbeitet werden, wie aus einer Mitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler hervorgeht. Die stationäre Geburtshilfe hat bereits am Montag ihre Pforten geschlossen, die gynäkologische Versorgung soll am Freitag, 16. Dezember, eingestellt werden.

Zum Austausch im Zuge des Runden Tischs eingeladen worden seien, so die Mitteilung aus dem Kreishaus, Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz, Vertreter der Marienhaus-Gruppe als Träger des Klinikums, Vertreter der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie die Fraktionsvorsitzenden der im Kreistag vertretenen Parteien. Ein erstes Treffen, auch unter Einbezug des entsprechenden Fachbereichs der Kreisverwaltung, finde bereits in Kürze statt. „Ziel dieser Runde ist es, eine Diskussion mit Weitblick zu führen und im Schulterschluss mit allen Beteiligten tragfähige, zukunftsgerechte und bedarfsorientierte Ergebnisse im Sinne der betroffenen Frauen zu erzielen“, wird Weigand in der Mitteilung des Kreises zitiert.

Online-Petition geplant

Um auch den Bürgern im Kreis die Möglichkeit zu geben, sich in die Diskussion einzubringen, plane die Landrätin zusammen mit den Bürgermeistern der acht Kommunen sowie den Fraktionsvorsitzenden im Kreistag kurzfristig eine Online-Petition, die sich an das Land Rheinland-Pfalz richtet. „Die Menschen in unserem Kreis müssen gehört werden und zum Ausdruck bringen können, dass der Wegfall der beiden Abteilungen ein fatales Signal für die hiesige Region ist“, so die Landrätin.

Ahr-Landrätin Cornelia Weigand
Ahr-Landrätin Cornelia Weigand Foto: dpa/Thomas Frey

Darüber hinaus lädt Weigand einen Vertreter des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit zur kommenden Sitzung des Kreistags am Freitag, 16. Dezember, ein, um die kommunalpolitischen Vertreter unmittelbar zu informieren und einen direkten Austausch zu ermöglichen.

In einer ersten Stellungnahme hatte Weigand sich von der Schließung überrascht gezeigt: „Die kurzfristige Ankündigung der Schließung der Geburtenstation und der stationären Gynäkologie im Marienhaus Klinikum sorgt nicht nur bei der Kreisverwaltung Ahrweiler, sondern – verständlicherweise – vor allem in weiten Teilen der Kreisbevölkerung für Unverständnis und Sorgen.“ Die Schließung sei für den Kreis ein „herber Verlust“. Man nehme die Ängste und Befürchtungen der Menschen sehr ernst. „Daher werden wir auf Kreisebene alles in unserer Macht Stehende tun, um Frauen jeden Alters wie auch jungen Familien und gebärenden Frauen dennoch die bestmögliche Versorgung anzubieten“, so Weigand.