Beratung von Flutopfern Hilfe im Ahr-Flutgebiet läuft auch 2023 weiter

Mainz/Düsseldorf · Für Haushalte im flutgeschädigten Ahrtal laufen die Hilfen auch 2023 weiter. Das hat das rheinland-pfälzische Finanzministerium mitgeteilt. Unterdessen erwartet NRW-Umweltminister Oliver Krischer eine weitere Zunahme von extremen Wetterereignissen.

 Ein geschmückter Weihnachtsbaum steht auf einer Brachfläche am Rande der Ahr in Schuld.

Ein geschmückter Weihnachtsbaum steht auf einer Brachfläche am Rande der Ahr in Schuld.

Foto: dpa/Boris Roessler

Die Hilfe im flutgeschädigten Ahrtal läuft auch 2023 weiter. „Bis Ende Juni 2023 werden Haushalte aufgesucht und über das bestehende Hilfsangebot informiert, die bislang noch nicht erreicht werden konnten“, teilte das rheinland-pfälzische Finanzministerium in Mainz am Freitag mit. Bei der dieser sogenannten aufsuchenden Hilfe geben Berater Antworten auf Fragen etwa zu Zahlungen aus dem staatlichen Wiederaufbaufonds und von Versicherungen sowie zu Gutachten und psychologischer Hilfe.

Die parallele Beratung von Flutopfern in sogenannten Infopoints in Gebäuden und Containern soll laut Finanzministerium sogar bis Ende 2023 weiterlaufen, betrieben von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Bei der Flut im Juli 2021 waren mindestens 134 Menschen getötet und rund 9000 Häuser verwüstet worden.

Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) betonte: „Der Wiederaufbau ist eine nationale Gesamtaufgabe, die Zeit in Anspruch nimmt und Kraft und Zusammenhalt aller Beteiligten fordert.“ Die Landesregierung tue weiterhin alles dafür, Menschen, die unverschuldet in diese Notlage geraten seien, bestmöglich zu unterstützen.

Laut der Investitions- und Strukturbank wurden von 2896 Anträgen auf staatliche Zahlungen für den Wiederaufbau von Häusern bislang 2718 mit einer Gesamtförderung von 412,3 Millionen Euro bewilligt (Stand 27. Dezember). Hinzu kämen 335 akzeptierte Anträge auf Unterstützung bei der Wiedererrichtung von Unternehmen mit einem Fördervolumen von insgesamt 250 Millionen Euro.

Unterdessen erwartet NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) in den kommenden Jahren eine weitere Zunahme der Hitzeperioden und extremen Wetterereignisse. „Die Klimakrise trifft uns mit voller Wucht, und die Folgen der globalen Erwärmung werden immer mehr zur Belastung für Mensch, Umwelt und Infrastruktur“, sagte er. Die Hochwasserkatastrophe 2021 und die Dürreperiode in diesem Jahr zeigten die Dimensionen der Extremwetter-Ereignisse.

Krischer kündigte an, den Klimaschutz im neuen Jahr deutlich zu stärken. Geplant seien unter anderem der Ausbau der erneuerbaren Energien und eine „Klimaanpassungsstrategie“, die sich auch mit der Hitzebelastung der Bevölkerung und den Auswirkungen von Dürrephasen auf den Wasserhaushalt beschäftige. Als Teil des Hochwasserrisikomanagements solle zudem der ökologische Hochwasserschutz gestärkt werden. „Als Reaktion auf die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 werden wir uns alle Aspekte des Hochwasserschutzes noch einmal vornehmen“, betonte er.

(dpa/epd)