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Hochwasser im Ahrtal: Krisenstab beendet seine Arbeit in der Flutregion

Gefahrenabwehr ist wieder Kreissache : Krisenstab beendet seine Arbeit in der Flutregion im Ahrtal

Die Gefahrenabwehr in der Flutregion im Ahrtal wird wieder zur Kreissache. Thomas Linnertz, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, sichert weitere Unterstützung zu.

Der Krisenstab der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier zur Flutkatastrophe an der Ahr hat seine Arbeit beendet und die Gefahrenabwehr wieder der Kreisverwaltung übergeben. Für den Stab, der auf dem Gelände der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) sein Quartier bezogen hatte, nachdem die Kreisverwaltung das Land drei Tage nach der Flut um Übernahme des Einsatzes ersucht hatte, waren in der Spitze bis zu 200 Menschen tätig. Sie koordinierten Tausende von Hilfskräften aus THW, Rettungsdiensten, Feuerwehr oder Bundeswehr. Allein das war eine logistische Herkulesaufgabe für den Einsatz auf einem Gebiet von mehr als 40 Kilometern Länge. Entsprechend lief vieles nur schleppend, es gab Kommunikations- und Führungsprobleme, dazu gesellte sich Kompetenzgerangel.

Als Konsequenz aus dem Einsatz hat die ADD mitgenommen, die Bewältigung künftiger Krisen anders zu managen. Unter anderem gelte es, freiwillige Helfer und die Bevölkerung viel stärker einzubinden. Parallel zu den offiziellen Strukturen hatten Freiwillige Strukturen geschaffen, die vielfach effektiver waren, aber nur allmählich von der ADD zur Zusammenarbeit gebeten wurden. „Diese Katastrophe hat eine solch unfassbare Größenordnung entfaltet, wie wir sie bislang nicht kannten. Aber die Solidarität mit den betroffenen Menschen im Ahrtal war und ist unglaublich groß. Dafür möchte ich Ihnen allen sehr danken“, so ADD-Präsident Thomas Linnertz zum Abschluss des Einsatzes.

Trinkwasser- und Stromversorgung funktionieren

Weil die unmittelbare Gefahrenlage beendet sei, die Grundversorgung der Bevölkerung sichergestellt, Trinkwasser- und Stromversorgung funktionierten, sei der Grundschutz im gesamten Schadensgebiet gewährleistet, so die ADD. Durch Feuerwehrpatenschaften sei auch die überörtliche Hilfe gesichert. Daher gehe die Aufgabe der Gefahrenabwehr jetzt wieder in die regulären behördlichen Strukturen über. Der Schwerpunkt liege nun auf den Vorbereitungen für die kalte Jahreszeit sowie auf dem Wiederaufbau der Infrastruktur.

Der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies dankte der ADD für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Wochen: „Die dramatische Lage im Kreis nach der Flutkatastrophe war für uns allein nicht zu bewältigen. Mit der Übernahme durch die ADD und den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen war es möglich, schnell und mit großem Personal- und Materialeinsatz den Menschen in den betroffenen Gebieten zu helfen“, so Gies.

THW bleibt vor Ort

Die ADD wird den Kreis Ahrweiler in seiner Arbeit unterstützen und einzelne Bereiche auch weiter selbst betreuen, wie beispielsweise den Bereich Energie oder die Notunterkünfte, bis diese nicht mehr gebraucht oder übergeben werden können. Das THW wird weiter vor Ort tätig sein und zur Verfügung stehen, solange es gebraucht wird.

„Vonseiten des Landes ist die ADD für den Kreis Ahrweiler immer erreichbar, um zu beraten und wenn nötig überörtliche und länderübergreifende Hilfe zu koordinieren. Die technische Einsatzleitung auf Kreisebene wird, sollte diese notwendig werden, vom benachbarten Kreis Mayen-Koblenz gestellt. Auch weitere Kreise haben hier Ihre Unterstützung zugesagt. Daneben sind ADD und die Feuerwehr- und Katastrophenschutzakademie Koblenz weiter bereit, mit entsprechenden Fachkräften zu unterstützen“, sicherte Linnertz zu.