1. Region
  2. Ahr & Rhein
  3. Bad Neuenahr-Ahrweiler

Viele Stornierungen: Hotelbetrieb im Kreis Ahrweiler läuft nur schleppend an

Viele Stornierungen : Hotelbetrieb im Kreis Ahrweiler läuft nur schleppend an

Seit Mitte Mai dürfen Hotels wieder Gäste empfangen. Doch die Nachfrage im Kreis Ahrweiler ist gering, die Belegungsquote liegt bei weniger als 20 Prozent. Vor allem die hohe Zahl der Stornierungen bereitet Sorge.

Katzenjammer in der Beherbergungsbranche an der Ahr. Trotz Wiedereröffnung der Häuser bleiben die Belegungen stark hinter den Erwartungen zurück. Eine Online-Umfrage unter Gastronomie- und Übernachtungsbetrieben zeigt nun, dass die Buchungen nur schleppend anlaufen: Zwei Drittel der Betriebe haben für den Sommer nur eine Buchungsauslastung von bis zu 20 Prozent. Unter einer Quote von 50 Prozent lässt sich ein Hotel kaum kostendeckend führen. Besonderes bitter: Ausreichende Hilfen seitens des Landes Rheinland-Pfalz blieben bisher aus.

Gastronomie und Beherbergungsbetriebe dürfen seit Mitte Mai wieder Gäste empfangen. „Nach Wochen des Stillstands ein positives Zeichen“, so der Ahrtal-Tourismus. Trotzdem hat sich die Lage für die Betriebe noch lange nicht entspannt, wie eine neue Online-Umfrage des Ahrtal-Tourismus unter seinen Mitgliedsbetrieben zeigt.

Der als Dachorganisation für Tourismusbetriebe, Gastroeinrichtungen und die regionalen Hotelbetriebe fungierende Verein wollte wissen, wie es um die Auslastung der Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe in den kommenden Monaten bestellt ist. An der Umfrage beteiligten sich 49 Betriebe aus den Bereichen Hotellerie, Ferienwohnungen und Gastronomie.

Auf die Frage, wie hoch aktuell die Buchungsauslastung ihrer Betriebe für die Monate Juni bis August sei, gaben zwei Drittel an, dass sie aktuell nur eine Auslastung von bis zu 20 Prozent hätten. Im gleichen Zeitraum im Vorjahr lag die Quote zwischen 60 und 80 Prozent. Für das gesamte Jahr 2020 geben die Betriebe aktuell eine durchschnittliche Buchungsauslastung von knapp 25 Prozent an. Auch hier fällt der große Unterschied zum Vorjahr auf, für das die Betriebe einen Durchschnitt von knapp 65 Prozent nennen, was im bundesweiten Vergleich einen guten Wert darstellt.

„Erfreulicherweise gibt es zwar neue Buchungsanfragen, jedoch gaben nur vier Prozent an, viele Neubuchungen zu erhalten“, berichtete Christian Senk, Geschäftsführer der Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH. Rund ein Viertel teilte mit, „einige oder wenige“ Buchungen angenommen zu haben, 27 Prozent erhalten aktuell keine Anfragen für neue Buchungen.

Stattdessen hagelt es Stornierungen. 23 Prozent sagen, dass 30 bis 50 Prozent der Übernachtungen storniert werden. Bei 18 Prozent werden gar mehr als 50 Prozent der geplanten Übernachtungen rückgängig gemacht.

„Die Hoteliers sind froh, dass sie zumindest unter Auflagen ihre Betriebe wieder öffnen können. Doch die Umfrage zeigt, dass sie noch weit entfernt sind von einem Normalbetrieb. Die Einschränkungen und Hygienekonzepte sind notwendig, um unser aller Gesundheit zu schützen. Doch die dadurch entstehenden Aufwände sind hoch“, so Christian Lindner, Vorsitzender des Ahrtal-Tourismus. Enttäuscht ist der Hotelier vom Land: „Es gibt sicherlich Regionen, die es noch härter trifft als uns im Ahrtal. Fest steht jedoch, dass die Unterstützungsprogramme, die das Land Rheinland-Pfalz für Gastronomie und Übernachtungsbetriebe bietet, an der Realität vorbeigehen.“

Betriebe ab elf Mitarbeitern erhielten in Rheinland-Pfalz immer noch keine „ernst zu nehmende finanzielle Unterstützung“, führte Lindner an. „In anderen Bundesländern sind die Hilfen deutlich schneller bei den Betrieben angekommen. Rheinland-Pfalz muss hier schnell eine Lösung finden. Wir haben es hier mit einer für viele existenzbedrohenden Situation zu tun – und deswegen ist jetzt Hilfe notwendig“, appelliert Lindner.