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Coronavirus: Karnevalisten in Walporzheim verzichten auf Festzelt und Tollitäten

Coronavirus : Karnevalisten in Walporzheim verzichten auf Festzelt und Tollitäten

Die Walporzheimer Karnevalisten stellen sich auf eine wegen Corona abgespeckte Session ein. Das bedeutet: Kein Festzelt am Ahr­ufer, keine Tollitäten und daher auch keine Proklamation.

Nachdem die Karnevalsgesellschaft (KG) der Bad Neuenahrer Schinnebröder bereits ihre Absage der Karnevalsveranstaltungen für die neue Session verkündet hatte, gab der Vorstand der KG Bunte Kuh aus Walporzheim bei der Mitgliederversammlung am Montagabend seine Marschrichtung bekannt: Kein Festzelt am Ahr­ufer, keine Tollitäten und damit keine Proklamation.

Aber ein wenig feiern wollen Narren doch, sofern es die Corona-Auflagen zulassen. So soll es an den eigentlichen Terminen der närrischen Sitzungen kleinere Karnevalsveranstaltungen im Hotel „Zum Sänger“ geben, wo mit der Gastgeberin Marina Boden in Personalunion auch die amtierende Prinzessin Marina I. die Verlängerung ihrer Regentschaft feiern kann. „Wir wollen auf jeden Fall etwas machen“, sagte Vorsitzender Hardy Mies. Selbst einem Umzug am Karnevalssonntag erteilte er noch keine Absage. Erste Ideen gibt es. Ob es Genehmigungen gibt, bleibt abzuwarten. Während die für das finanzielle Überleben des Vereins so wichtige Festzeitschrift erscheinen soll, steht hinter dem Weiberdonnerstag, an dem die KG traditionell auf große Rundreise geht, ein ebenso großes Fragezeichen. Die KG Bunte Kuh hat aktuell 350 Mitglieder, 150 davon sind aktiv.

Birgit Lanzerath ließ das Narrenjahr Revue passieren und hob dabei hervor, dass hinter den Veranstaltungen ein großer Aufwand stehe. Dieser sei in der abgelaufenen Session extrem gewesen, weil die Kindersitzung wegen einer Sturmwarnung am Morgen spontan aus dem Festzelt ins Hotel „Zum Sänger“ habe verlegt werden müssen. „Eine logistische Meisterleistung“, so Lanzerath. Viel Arbeit brachte aber auch die Ertüchtigung der acht vereinseigenen Karnevalswagen mit sich, damit diesen ein positives Gutachten des TÜV gewährt werden konnte. Allein 370 Helferstunden waren notwendig, zudem kamen auch noch einige Kosten zusammen, sodass Kassierer Martin Gotter in der Jahresrechnung ein üppiges Minus bilanzieren musste. Und das trotz eines hohen Spendenaufkommens.

Mit Weinpräsenten dankten die Tollitäten Ex-FAK-Literatin Beatrix Ahrend und dem ehemaligen Sitzungspräsidenten Guido Schwiperich für ihre geleistete Arbeit. Schließlich beschloss die Versammlung, den Beitrag im kommenden Jahr nicht zu ändern, obwohl in diesem Jahr zahlreiche Einnahmen wegbrechen werden. „Maximal zwei Jahre können wir bei den aktuellen Corona-Einschränkungen finanziell überleben“, machte der Vorsitzende klar.