Veranstaltung zum „Pastoralen Raum“ Bad Neuenahr-Ahrweiler Katholiken der Region auf der Suche nach neuen Wegen

Bad Neuenahr-Ahrweiler/Lantershofen · Die Startveranstaltung in Lantershofen zum Thema „Pastoraler Raum“ zeigt, dass die Neuordnung der kirchlichen Struktur vor Ort viele Fragen aufwirft. So bemüht man sich um Antworten.

 Bei der Kick-off-Veranstaltung zur Neuordnung des Pastoralen Raums diskutieren Andrea Kien-Groß und Dekan Peter Strauch vom Leitungsteam mit zahlreichen Gästen.

Bei der Kick-off-Veranstaltung zur Neuordnung des Pastoralen Raums diskutieren Andrea Kien-Groß und Dekan Peter Strauch vom Leitungsteam mit zahlreichen Gästen.

Foto: ahr-foto

Es gibt ihn offiziell seit dem 1. Januar, den „Pastoralen Raum“ Bad Neuenahr-Ahrweiler. Darunter versteht man den Zusammenschluss von eigenständigen Pfarrgemeinden oder Kirchengemeinden. Hier umfasst der Pastorale Raum konkret die Bereiche der neuen Pfarrei Bad Neuenahr-Ahrweiler und der Pfarreiengemeinschaften Grafschaft und Altenahr.

Die einst hier geplante Großpfarrei war nach Protesten vor Ort von der Kirchenleitung in Rom „einkassiert“ wurden, sie hätte die Strukturen auf nur zwei Ebenen gesetzt. Nun sind es wieder drei Verwaltungsebenen. Was früher kleinere Pfarreien und Dekanate waren, sind nun eben größere Pfarreien, die aus Pfarreiengemeinschaften entstehen und darüber der Pastorale Raum.

Mitmachen ist gefragt

„Op dem Maat“ (“Auf dem Markt“) haben die Verantwortlichen für ihre offizielle Auftaktveranstaltung im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen genannt. Schon der Titel des Abends soll zeigen: Kirche wird nicht mehr vom Pastor dargestellt, Kirche sind alle. Vorstellig wurde vor den Besuchern in Lantershofen, die sich in erster Linie aus den Ehrenamtlern in den Kirchen zusammensetzten, das Leitungsteam des Pastoralen Raums. Hier kam auch gleich die erste Frage auf: „Will noch jemand mitmachen?“, so Dekan Peter Strauch in die Menge. Denn: „Zum Leitungsteam gehören eigentlich drei Verantwortliche, aber seit einigen Wochen sind wir nur noch zwei.“ Eine Bürokraft fehle ebenfalls noch. Gemeldet hat sich niemand.

Lebendige Diskussion und Mitmach-Momente

Es war nicht die einzige Frage an diesem Abend. Er wüsste zu gern genau, was der Pastorale Raum sei, so der Dekan, der aktuell mit Andrea Kien-Groß das Leitungsteam darstellt. Dieses Team sei jedenfalls nicht der Pastorale Raum, machten beide klar. Der neuen Verwaltungsebene fehlt noch die finale Definition. Fest steht bisher nur die Gesamtgröße von 270 Quadratkilometern, die exakt dem ehemaligen Dekanat Ahr-Eifel entspricht. Von den gut 50.000 Menschen, die hier leben, gehören derzeit 28.600 der katholischen Kirche an. Klar definiert ist zumindest eine Aufgabe des Pastoralen Raums, nämlich die Personalverwaltung der Mitarbeiter der Kirche, die nicht direkt dem Bistum unterstellt sind. Von dieser Aufgabe wurden die Pfarreien nun entlastet. Eine positive Auswirkung geht mit der übergreifenden Personalverwaltung einher: Es entstehen Netzwerke, die Pfarreien wachsen enger zusammen. Denn da gibt es Gruppen, Gemeinden, Gemeinschaften und Initiativen, die die Vielfalt kirchlichen Lebens zeigen. Dazu gibt es Einrichtungen und Institutionen, Kitas, Lebensberatung oder Pflegeheime. Vor Ort zählen auch Caritas, Hospiz, Ordensgemeinschaften und Studienhaus St. Lambert dazu. Sie alle sind Teil des Pastoralen Raums.

Die Besucher konnten sich an verschiedenen „Marktständen“ an Aktionen beteiligen. Da standen Bibelarbeiten oder gemeinsames Singen an. Viele Hände webten an einem Bild, das den Raum symbolisch darstellt. Und den Leitsatz „Wir teilen Verantwortung“ konnte, wer wollte, spielerisch erfahren. Mit den Menschen ins Gespräch kam auch Weihbischof Robert Brahm, einst Pfarrer auf der Grafschaft und Subregens in St. Lambert. Er lud zum Ende der Veranstaltung zum Abendlob ein.

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