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Kurviertel Bad Neuenahr: Gebäude nach Brand einsturzgefährdet

Gebäude ist einsturzgefährdet : Brand verursacht großen Schaden im Bad Neuenahrer Kurviertel

Am späten Montagabend ist im Bad Neuenahrer Kurviertel ein Feuer ausgebrochen. Der Brand entwickelte sich in einem Zwischengebäude des Thermalbades und des Sanatoriums.

Großeinsatz in Bad Neuenahr am späten Montagabend: Um 22.39 Uhr heulten die Sirenen in der Kurstadt auf, nachdem ein Brand im unmittelbar neben dem Steigenberger Hotel gelegenen Thermalbadehaus gemeldet worden war. Bei Eintreffen der Wehr ging man zunächst von einem kleineren Feuer aus, das schnell unter Kontrolle zu sein schien. Wenige Minuten später änderte sich die Lage dramatisch: Ein zur Beethovenstraße hin gelegener, derzeit leerstehender Querriegel stand plötzlich in Flammen, brannte in voller Ausdehnung, das Feuer fraß sich durch Deckenzwischenräume immer näher in Richtung Thermalbadehaus .

Durch zahlreiche Glutnester in den Zwischendecken des Altbaus erwiesen sich die Löscharbeiten ohnehin als äußerst kompliziert und schwierig. Es wurde nachalarmiert. 26 Feuerwehren aus der gesamten Region mit mehr als 130 Kräften waren schließlich bis Dienstagabend im Einsatz. Rund einhundert Hotelbewohner mussten vorsorglich evakuiert werden. Kat-Warn schlug Alarm: Die Anlieger sollten ihre Fenster schließen.

Nach bisherigem Ermittlungsstand war es in einem Zwischengebäude des 1901 eingeweihten Thermalbadehauses und des angrenzenden Sanatoriums zu dem Feuer gekommen. Die Ursache ist noch ungeklärt. Vermutlich entwickelte sich der Brand in einer offenen Baustelle im Erdgeschoss des Zwischengebäudes und griff rasch auf des gesamte Gebäude über.

„Gegen 22 Uhr hatten Reinigungskräfte einen beißenden Geruch bemerkt und die Rezeption des Hotels verständigt. Wenig später wurde der erste Rauch entdeckt“, berichtete Liegenschaftsverwalter Jürgen Ritter. Durch die starke Rauchentwicklung mussten Teile des angrenzenden Sanatoriums von der Feuerwehr geräumt werden. Die Wehrmänner arbeiteten größtenteils mit schwerem Atemschutz. Die benachbarten Praxisräume des Gebäudekomplexes wurden teilweise durch den Rauch beschädigt. Liegenschaftsverwalter Ritter hat noch für Dienstagabend eine Mieterversammlung einberufen, um Lösungen für die im Gebäude ansässigen Gewerbebetriebe zu suchen.

Im hinteren Teil des Thermalbadehauses sorgte zudem Löschwasser für erhebliche Schäden. Ritter: „Decken sind teilweise eingestürzt, die Flure stehen unter Wasser.“ Das dortige Fitnesscenter kann vorerst nicht mehr genutzt werden.

Ein Übergreifen auf anliegende Gebäude konnte durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr allerdings verhindert werden. Nach Einschätzung von Fachleuten sind Teile des Gebäudes allerdings stark einsturzgefährdet. Nicht zuletzt deshalb war auch das Technische Hilfswerk vor Ort. Die Höhe des entstandenen Sachschadens dürfte sich nach ersten Schätzungen von Polizei und Feuerwehr im hohen sechsstelligen Bereich bewegen.

Vier Personen wurden bei dem Einsatz leicht verletzt, drei wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht, ein Wehrmann erlitt eine Fußverletzung.

Am Brandort waren neben der Polizei Ahrweiler zahlreiche Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren sowie der Rettungsdienst oder auch das Technische Hilfswerk im Einsatz. Alarmiert wurden zudem die Berufsfeuerwehren aus Bonn und Koblenz, aus Meckenheim rückte ein Feuerwehrfahrzeug mit Spezialgerät an. Mit einer Drohne wurde das Einsatzgebiet überflogen.

Bad Neuenahrs Bürgermeister Guido Orthen war – begleitet von Erstem Beigeordneten Peter Diewald – von Mitternacht bis zum Vormittag an der Brandstelle, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Das Rote Kreuz war vorsorglich mit 21 Rettungskräften und mehreren Notärzten ausgerückt.

Vor den dichten weithin sichtbaren Rauchschwaden standen auch die Eigentümer des Gebäudeensembles: Hans-Joachim Brogsitter und Ehefrau hatten den gesamten aus der Jahrhundertwende stammenden Gebäudekomplex 2017 aus der Insolvenzmasse der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr gekauft.

Die Straßen rund um das Thermalbad wurden während des Großeinsatzes für den Verkehr gesperrt.