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Online-Abstimmung: Mariella Cramer aus Heimersheim ist neue Ahrweinkönigin

Online-Abstimmung : Mariella Cramer aus Heimersheim ist neue Ahrweinkönigin

Mit der aktuellen Deutschen Weinkönigin Eva Lanzerath wurde am Samstag nicht nur die Ahrweinkönigin mit der bislang längsten Amtszeit verabschiedet, sondern erstmals online ihre Nachfolgerin gewählt. Ebenfalls neu: Das Ahrtal hat nun auch eine Weinprinzessin.

Die Corona-Pandemie hat so ziemlich alles durcheinandergebracht. Da machen auch Weinmajestäten, ihre Wahl oder Proklamation keine Ausnahme. Und so wurde am Pfingstsamstag mit der aktuellen Deutschen Weinkönigin Eva Lanzerath nicht nur die Ahrweinkönigin mit der bislang längsten Amtszeit verabschiedet, sondern erstmals online ihre Nachfolgerin gewählt. Und die war zuvor nicht einmal Ortsweinkönigin. Ebenfalls neu: das Ahrtal hat nun auch eine Weinprinzessin, die schon in wenigen Monaten Deutsche Weinkönigin werden möchte.

Mariella Cramer heißt die neue Ahrweinkönigin. Sie ist 23 Jahre alt und in der Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Dass sie überhaupt an der Wahl zur Ahrweinkönigin teilnehmen durfte, verdankt sie der Heimersheimer Weinkönigin Annette Hoffmann. Die konnte aus persönlichen Gründen nicht antreten und brachte ihre Prinzessin, welche sich im Ort des historischen Weinfestes Hofdame nennt, ins Spiel.

Der Ahrwein e.V. als Veranstalter der Wahlen stimmte zu und ebnete der neuen Majestät damit den Weg zur Krone. Mariella Cramer war eine von vier jungen Damen, die sich in der Endrunde um die Ahrweinkrone der Jury stellten. Insgesamt 33 Jurymitglieder, von denen 29 online der Wahlzeremonie zugeschaltet waren, entschieden über die neue Ahrweinkönigin. Jede der Kandidatinnen stellte zunächst ihr Leben und ihre Familie anhand von Fotos vor, um dann in einem zweiten Schritt einen 2018er Spätburgunder vom Ahrweiler Winzerverein mit allen Sinnen zu analysieren und zu bewerten. Es schloss sich eine Fachbefragung an, 13 der Juroren stellten Fragen zu Wein, Weinbau, Politik oder Gesellschaft, auch in englischer Sprache.

Da ging es um Erfahrungen aus der Pandemie und um helle Weine aus roten Trauben, um Nachhaltigkeit und Große Lagen. Die, die fragten, waren ebenso vielschichtig: Winzer, Bürgermeister, Funktionäre, Sponsoren, Journalisten. Jede Menge Männer, wie Weinbaupräsident Hubert Pauly, Sparkassendirektor Dieter Zimmermann oder der Landtagsabgeordnete Horst Gies.

In der Unterzahl waren die Jurorinnen, unter ihnen die Deutsche Weinkönigin Eva Lanzerath, die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts, Monika Reule oder die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand. Sie alle hatten am Ende eine Wahl, die nicht leichtfiel, denn alle vier Kandidatinnen machten einen prima Job. Mariella Cramer sicherte sich dennoch schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit, sie war in der Befragung einen Tick lockerer als ihre Mitbewerberinnen und präsentierte ein großes Fach- und Allgemeinwissen. Daher durfte sie sich auch um exakt 19:45 Uhr als neue Ahrweinkönigin feiern und von ihrer Vorgängerin Eva Lanzerath die Krone aufsetzen lassen.

Nur wenige Minuten zuvor zog der Ahrwein-Vorsitzende Peter Kriechel aus einem silbernen Umschlag den Namen der ersten Ahrtaler Weinprinzessin. Dieses neue Amt hatte man installiert, weil wegen der Pandemie im vergangenen Jahr keine Ahrweinkönigin gewählt worden war und man nicht die erst an Pfingsten gewählte Ahrweinkönigin schon im September zur Wahl zur Deutschen Weinkönigin schicken wollte. Ahrweinprinzessin wurde die Kandidatin mit den zweitmeisten Stimmen, nämlich Linda Trarbach aus Dernau. Die 24-jährige Tourismus-Expertin wird das Ahrtal in diesem Jahr bei den Wahlen zur Deutschen Weinkönigin vertreten und den Ahrwein nun ein Jahr lang an der Seite von Mariella Cramer repräsentieren. Auf die beiden dürften dabei rund 150 Auftritte warten.

Erste Gratulanten vor Ort auf der Kleinen Bühne im Kurpark waren neben Peter Kriechel Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen, der auch namens seiner Amtskollegin Cornelia Weigand Blumen überreichte. Präsente gab es auch von Landrat Jürgen Pföhler, auch wenn dieser nicht vor Ort war. Wegen der Corona-Beschränkungen waren zur Online-Präsentation nur wenige Gäste präsent. Mariella Cramer, die ihre Wahl zunächst gar nicht fassen konnte, nutzte ihre Antrittsrede zu Grüßen an die in Berlin lebende Familie und freute sich, nun in vorderster Reihe bei den Ahrtaler Winzern stehen zu dürfen. Zuvor hatte sich Eva Lanzerath aus dem Amt verabschiedet und dabei versichert, wie tief sie das Ahrtal im Herzen trage. Ihr versprach Peter Kriechel noch eine große Abschiedssause – wenn es die Pandemie irgendwann wieder zulässt.