KI-Experte Henning Beck hält Vortrag in Ahrweiler „Menschen ticken anders als Maschinen“

Ahrweiler · Der Neurowissenschaftler Henning Beck hat auf Einladung der Kreissparkasse Ahrweiler einen Vortrag zum Thema Künstliche Intelligenz gehalten. Dabei stellte er Unterschiede im Denken von Menschen und Maschinen heraus.

 Künstliche Intelligenz - Symbolbild.

Künstliche Intelligenz - Symbolbild.

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Angst ist noch nie ein guter Ratgeber gewesen. Dennoch: Geht es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Leben von uns Menschen, dann ist nicht nur Skepsis, sondern oftmals auch Besorgnis angesagt.

Auf Einladung der Kreissparkasse Ahrweiler referierte nun Neurowissenschaftler und Biochemiker Henning Beck über das Thema „Gehirn versus. Künstliche Intelligenz“ in der „alvitha Eventlocation“ an der Peter-Jansen-Straße. Mehr als 150 Zuhörer waren gekommen. Sparkassenchef Dieter Zimmermann: „Offensichtlich haben wir mit einem Vortrag über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in unserem privaten und beruflichen Leben voll ins Schwarze getroffen.“

Becks Vortrag über das Zusammenspiel von menschlichem Gehirn und KI ließ die Zuhörer eintauchen in die Welt der neuronalen Netzwerke, der Algorithmen und menschlichen Denkprozesse. Schnell wurde klar: Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine können schnell fließend sein. „KI ist wahrscheinlich das Beste oder das Schlimmste, was der Menschheit passieren kann“, meinte einst der mittlerweile verstorbene der Physiker Stephen Hawking.

Referent Beck unterstrich: „Menschen ticken anders als Maschinen. Das Denken des Menschen, die von ihm geschaffene Architektur seines Denkens, die Welt seines Gehirns sind einmalig.“ Menschen seien keine datenverarbeitenden Maschinen. Beck: „Wir denken in Konzepten.“ Soll heißen: Der Mensch packt seine Gedanken in Begriffe, Kategorien und Zusammenhänge und berücksichtigt dabei nicht nur Fakten oder Einzelheiten. Beck erklärte in Ahrweiler: „Der Mensch fragt nach dem Wofür.“

Anders als Menschen kenne die KI nicht den Unterschied zwischen Ursache und Wirkung. Technik sei nicht immer vertrauenswürdig und verlässlich. Menschliche Gehirne indes seien immer dann besonders gut, wenn es darum geht, Prozesse zu optimieren. Auch hier weise die KI Schwächen auf. Noch.

Kreativität ist gefragt

Doch auf KI zu verzichten, könne man sich als Industrienation nicht leisten, führte der promovierte Neurowissenschaftler aus. Angst sei nicht angebracht, wohl aber kreatives, aktives Denken. Beck in seiner Abhandlung „Brain the Company“: „Überall werden sie gesucht: die kreativen Köpfe, die neuen Ideen und innovativen Produkte, die den Unterschied ausmachen. Dabei ist das Gehirn die einzige Organisation, die überhaupt neuartige Gedanken hervorbringen kann. Vom Gehirn lernen heißt daher besser denken lernen – und verstehen, welche Strukturen Innovationen begünstigen.“

Der mit großem Applaus bedachte Vortrag löste unterschiedliche Befindlichkeiten aus: KI werde das Wissen der Welt für alle verfügbar machen, so die Überzeugung. Dabei werde es für den einzelnen weniger wichtig werden, grundlegende Fähigkeiten zu besitzen oder über großes Wissen zu verfügen. Becks Credo: Man werde aber Talente brauchen, die verstehen, wie man KI benutzt, um etwas zu erreichen. Die Arbeitswelt – so die einhellige Meinung bei den Gästen der Kreissparkasse – werde sich dramatisch ändern. Eine Besucherin prognostizierte: „Einige Bereiche werden für immer verschwinden.“