1. Region
  2. Ahr & Rhein
  3. Bad Neuenahr-Ahrweiler

Schwimmbad in Bad Neuenahr: 17 Millionen für Twin Freizeitbad

Freizeitbad Twin in Bad Neuenahr : 17 Millionen Euro fürs neue Twin

Bad Neuenahr-Ahrweiler bekommt ein neues Freizeitbad. Die Bauarbeiten am Twin sollen im Mai 2021 beginnen.

Für den Abriss und Neubau des Freizeitbades Twin in Bad Neuenahr sind die Weichen gestellt. Im Mai nächsten Jahres könnten die Bagger anrollen. 15,8 Millionen Euro sollen nach derzeitigem Stand in das Projekt investiert werden. Hinzu kommen rund 1,2 Millionen Euro für Abrisskosten, sodass insgesamt 17 Millionen Euro aufgebracht werden müssen.

Im Bauausschuss der Kreisstadt gab es nun einen Sachstandsbericht. Dort beschäftigte man sich auch mit den zu erwartenden alljährlichen Folgekosten, die der Badbetrieb mit sich bringen wird.

„Die Finanzierung ist auf einem guten Weg“, hieß es von der Stadtverwaltung. Vom „Fensterrahmen bis zur Ozonanlage“ sei das im Juli beschlossene Bauvorhaben durchkalkuliert. Allerdings: So ganz steht die Finanzierung noch nicht. Durch Grundstücksverkäufe, Zuschüsse von Bund und Kreis sowie finanzielle Beteiligungen der Gemeinde Grafschaft und der Verbandsgemeinde Altenahr sind von den Kosten bislang lediglich knapp 14 Millionen gedeckt. Heißt: Drei Millionen Euro fehlen noch bis zur Durchfinanzierung.

Der Bund unterstützt das Bauvorhaben mit 3,1 Millionen Euro

Dabei hatte man in Bad Neuenahr auf eine Kostenbeteiligung des Landes gehofft: In Mainz winkte man jedoch mit Verweis auf die in Aussicht gestellte Bundesförderung flott ab. Eine „Doppelförderung“ könne es nicht geben, erklärte das zuständige Innenministerium des Landes.

Mit 3,1 Millionen will der Bund das neue Bad unterstützen, der Kreis Ahrweiler hat eine Finanzspritze von 1,1 Millionen Euro – zahlbar in mehreren Tranchen – zugesagt. Die Gemeinde Grafschaft signalisierte einen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro, die Verbandsgemeinde Altenahr will 50 000 Euro geben – immerhin handelt es sich beim Twin um das einzige Hallenbad im gesamten Landkreis. Remagen und Sinzig reagierten auf die Bitte des Kreisstadtbürgermeisters Guido Orthen, sich doch an den Twin-Kosten zu beteiligen, mit vornehmer Zurückhaltung.

Grundstücksverkäufe zur Refinanzierung

Zur weiteren Refinanzierung hatte die Stadt Grundstücksverkäufe beschlossen. So beispielsweise Flächen an der Piuswiese, die Süd- und Ostwiese des Twin, ein Areal an der Piusstraße oder auch an der Königsfelder Straße: Etwa acht Millionen Euro sollen so generiert werden.

Sollte das vorhandene Twin ab dem nächsten Frühjahr für die zwei Jahre der kalkulierten Bauzeit geschlossen sein, werden natürlich die Betriebskosten eingespart, die bei einem geöffneten Bad entstehen: Fast eine Million Euro werden demnach nicht verausgabt.

Hoffnungsfroh stimmen die Folgekosten, die ein neues Twin verursachen wird. Die Stadt rechnet bei einem neuen Bad bei einem durchschnittlichen Eintrittspreis von fünf Euro (Erwachsene) und drei Euro für Kinder, Vereine und sonstige Nutzer mit Einnahmen von jährlich 440 000 Euro und Betriebskosten von 980 000 Euro. Das bedeutet, dass etwa 530 000 Euro per anno aus Steuermitteln zugebuttert werden müssen. Derzeit sind es satte 750 000 Euro.

Im April 2023, so hofft die Stadtverwaltung, soll das neue Freizeitbad seiner Bestimmung übergeben werden. Während der Baumaßnahme wird es dann weder Schul- noch Vereinsschwimmen geben können.