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Entscheidung in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Stadt verzichtet auf mobile Lüftungsgeräte für Schulen und Kitas

Entscheidung in Bad Neuenahr-Ahrweiler : Stadt verzichtet auf mobile Lüftungsgeräte für Schulen und Kitas

Die Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler verzichtet auf den Kauf mobiler Lüftungsgeräte für ihre Schulen und Kindergärten. Die Kommunalpolitiker setzen stattdessen auf regelmäßiges konsequentes Stoßlüften.

In den Grundschulen und Kindergärten der Kreisstadt reicht regelmäßiges und konsequentes Stoßlüften aus, um die Kinder bestmöglich gegen eine Infektion mit dem Coronavirus zu schützen: Dieser Ansicht sind der Ausschuss für Generationen, Kultur und Soziales, der Schulträger-
ausschuss sowie der Haupt- und Finanzausschuss. Einstimmig beschlossen diese Gremien jetzt in einer gemeinsamen Sitzung, bis auf Weiteres auf den Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten oder ortsfesten Lüftungsanlagen im Eigenbau zu verzichten, wie es die SPD beantragt hatte.

Ohnehin sei der Antrag seiner Fraktion als Prüfauftrag zu verstehen, machte Werner Kasel deutlich. „Wir haben damit nicht gleich den Einbau solcher Geräte beantragt, sondern nur die Verwaltung um Prüfung gebeten, ob dies eine sinnvolle Ergänzung in unseren Schulen und Kindertagesstätten sein könnte.“ So befürwortete auch seine Fraktion den von der Verwaltung vorgeschlagenen Verzicht auf „überobligatorische Maßnahmen“, wie es der Einsatz von zusätzlichen Lüftungssystemen wäre. Ebenso wie das rheinland-pfälzische Bildungsministerium ist man davon überzeugt, dass Maßnahmen wie Abstandsregeln, Belüftungsregelung, Maskenpflicht, CO2-Ampeln und Testpflicht für einen ausreichenden Infektionsschutz in den städtischen Schulen und Kindergärten sorgten.

Sämtliche für den laufenden Betrieb zwingend benötigten Räume in den Schulen und Kindertagesstätten der Stadt verfügten über zu öffnende Fenster und damit über ausreichende Lüftungsmöglichkeiten, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Man sehe deshalb keine Notwendigkeit zusätzlicher Lüftungsgeräte und habe dies auch den Schulen so kommuniziert.

Auch die Landesregierung sehe die Stoßlüftung als ausreichende Maßnahme an. Der Einsatz von mobilen Luftreinigern oder einfachen Abluftanlagen sei nur in dringend benötigten Unterrichtsräumen erforderlich, die nicht über Fenster ausreichend zu lüften seien. Und das sei in der Kreisstadt nirgends der Fall. Wenn man sich dennoch für einen Einbau entscheide, gebe es dafür vermutlich keine finanzielle Förderung vom Land. Denn Geld aus Mainz gebe es auch nur für Räume, in denen nur kleine Fenster oder Oberlichter vorhanden seien und die deshalb nicht ausreichend gelüftet werden könnten.

Bürgermeister Guido Orthen (CDU) wies jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Frage der Kosten dabei sowieso keine Rolle gespielt habe. Allerdings müsse man bei diesem Thema im Hinterkopf halten, dass bei den städtischen Schulen insgesamt etwa 95 Klassen- und Fachräume sowie weitere 24 Räume in den städtischen Kindergärten betroffen wären.

Für den Einbau einer Raumluftanlage in konventioneller Bauweise müsse man einen fünfstelligen Betrag pro Raum rechnen, sodass bei insgesamt 119 Räumen eine Gesamtsumme von rund 1,2 Millionen Euro zusammenkämen. Plus Wartungs- und Unterhaltungskosten von etwa 600 Euro pro Jahr und Raum. Die letzte Entscheidung hat jedoch der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 8. Juli.