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Kommentar zur Landtagswahl: Verlust für die Region

Kommentar zur Landtagswahl : Verlust für die Region

Mainz wie die CDU sinkt und die AfD lacht! Die Rechtsausleger haben auch an Rhein und Ahr – gleich dem Landestrend – punkten können. In Remagen, Sinzig und Bad Breisig dürfte vor allem CDU-Kandidat Guido Ernst an die „Alternative für Deutschland“ Stimmen verloren haben. Nun sieht sich die Rechtspartei auch schon gleich als Volkspartei.

Horst Gies hat als CDU-Kandidat für stabile Verhältnisse in seinem Wahlkreis Bad Neuenahr-Ahrweiler gesorgt, während Parteikollege Ernst einige Federn lassen musste. Er hatte es allerdings in seinem Wahlkreis auch mit kräftiger Konkurrenz zu tun: Schließlich hatte er gegen den smarten und beliebten Marcel Hürter von der SPD anzutreten und nicht zuletzt gegen die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes, Eveline Lemke.

Wie wird es mit ihr jetzt weitergehen? Kommt es zu einer großen Koalition, dann wird sie als „einfache“ Landtagsabgeordnete die sechsköpfige Grünen-Fraktion mit anführen, kommt es zu einem rot-grün-gelben Bündnis, darf sie vielleicht auf einen Ministerposten hoffen. Ob eine FDP jedoch bereit sein wird, Eveline Lemke weiterhin an der Spitze des Wirtschaftsministeriums zu dulden, dürfte äußerst fraglich sein.

Bitter ist der Ausgang der Wahl vor allem für den engagierten Grünen-Politiker Wolfgang Schlagwein. Erst im Januar des vergangenen Jahres war er ins Parlament nachgerückt, hat sich in 15 Monaten mit Fleiß viel aufgebaut. Nun muss er in Mainz seine Sachen packen.

Nicht minder schlimm war der Wahlausgang für Marcel Hürter: Da die SPD 40 Sitze zugesprochen bekommt, die Partei jedoch zahlreiche Direktmandate gewann, zieht Hürters Listenplatz 30 nicht mehr.

War der Kreis Ahrweiler bislang noch mit fünf Abgeordneten und einer Ministerin in Mainz vertreten, werden es nach derzeitigem Stand künftig nur noch drei Mandatsträger sein.

Für die Region ist das durchaus ein Verlust.