Diskussion im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler berät über neuen Sportplatz in Walporzheim

Bad Neuenahr · Der Sportverein SV Walporzheim verliert die Geduld und auch Mitglieder. Die Zukunft des Sportplatzes ist weiter ungewiss.

 Vogelperspektive: Unser Drohnenfoto zeigt das Gelände des bei der Flut zerstörten Sportplatzes in Walporzheim. Die Zukunft des Geländes ist ungewiss.

Vogelperspektive: Unser Drohnenfoto zeigt das Gelände des bei der Flut zerstörten Sportplatzes in Walporzheim. Die Zukunft des Geländes ist ungewiss.

Foto: ahr-foto

Eigentlich ging es in der jüngsten Sitzung des Stadtrats von Bad Neuenahr-Ahrweiler ruhig zu. Auch den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan „Sportanlage Walporzheim“ fasste das Gremium einstimmig und mit großer Einigkeit im Ausschöpfen der Möglichkeiten, die ein solcher Plan unweit der Ahr mit sich bringt. In der Diskussion zum Tagesordnungspunkt aber wurde deutlich, dass die Nerven über den in vielen Augen viel zu schleppend verlaufenden Wiederaufbau im Ahrtal blank liegen.

Zu Wort meldeten sich überwiegend Walporzheimer – und die stehen ihrem Sportverein sehr nahe. Der SV Walporzheim war bis zur Flutkatastrophe ein gesunder Mehrsparten-Sportverein mit rund 700 Mitgliedern. Fußball war einer der Schwerpunkte, seit Jahrzehnten kickte man in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Bachem. Der idyllische kleine Rasenplatz an der Ahruferstraße wurde von Stadt und Verein gehegt und gepflegt und war auch Grund genug für den Nachwuchs, die Fußballschuhe für die SG Bachem/Walporzheim zu schnüren.

Noch zu viele Unklarheiten

Dann kam die Nacht zum 15. Juli 2021, nach der es keinen Sportplatz mehr gab, nur noch ein verwüstetes Sportheim und auch die Alte Schule mit Möglichkeiten für weitere Sparten des Vereins stand nicht mehr zur Verfügung. Was folgte, war für den SV die Hiobsbotschaft schlechthin: Einen Sportplatz für Seniorenspielbetrieb kann es am alten Ort nicht mehr geben, maximal noch ein Jugendspielfeld. Es dauerte viele Monate, bis die Walporzheimer die Tatsache annahmen und den Kampf um einen neuen Sportplatz an der Ahr einstellten. Aber auch das neue Konstrukt lässt auf sich warten.

„Noch nicht einmal die genaue künftige Gewässerlinie der Ahr ist klar“, fand Bürgermeister Guido Orthen schon in seinen einführenden Worten eine klare Aussage, woran es liegt. Denn für die Wiederherstellung des Flusses in Walporzheim ist die Kreisverwaltung zuständig. Arbeiten am Gelände lassen aber auch auf sich warten, weil dort, wo einst gekickt wurde, mit der Flut Sediment von teils mehr als einem Meter Höhe angeschwemmt wurde, das immer noch dort liegt. „Wir haben die Kreisverwaltung mehrfach auf das Problem hingewiesen. Wenn die Bahn demnächst aufbaut, wird die Abfuhr dieser riesigen Masse in Richtung Heckenbachtal unmöglich werden und alles muss durch die engen Gassen im Ort transportiert werden“, sagte FWG-Sprecher Gregor Sebastian, der auch Ortsvorsteher von Walporzheim ist. Er nahm dabei sogar das Wort einer Unterlassungsklage gegen die Kreisverwaltung in den Mund. Auch Klaus Beu (FWG) missfällt die Situation, die auch Gefahren mit sich bringe: „Schon bei einem zehnjährlichen Hochwasserereignis wird die Ahruferstraße volllaufen“, so Beu. Dass der SV Walporzheim mehr als 120 Kinder und Jugendliche mitsamt Eltern als Mitglieder verloren habe und es keine Jugendmannschaften mehr gebe, machte Werner Schüller (CDU) deutlich. „Hatte der Verein früher noch alle Jugendmannschaften im Fußball von Bambini bis A-Jugend stellen können, ist das Angebot komplett zusammengebrochen. Heute gibt es keine einzige Mannschaft mehr in diesem Segment.“

Immerhin war sich der Stadtrat parteiübergreifend einig, dass die neue Lösung eines Sport- und Freizeitgeländes mit Jugend- und Multifunktionsspielfeld den Anforderungen des Weindorfs genüge.

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