Nationaler Warntag Neue Sirenen an der Ahr sollen mehr Sicherheit geben

Heimersheim · Der Innenminister kam am Donnerstag zum Probealarm in das Ahrtal und wohnte dort dem gelungenen Sirenen-Probealarm bei. Das neue Sirenennetz soll auch auch ohne Strom funktionieren.

 Landrätin Cornelia Weigand, Bürgermeister Guido Orthen (Mitte) und der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling blicken in den Heimersheimer Himmel und warten auf den Probearlarm der neuen Sirene.

Landrätin Cornelia Weigand, Bürgermeister Guido Orthen (Mitte) und der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling blicken in den Heimersheimer Himmel und warten auf den Probearlarm der neuen Sirene.

Foto: AHR-FOTO

Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling, die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand und der Bürgermeister der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler Guido Orthen schauten gemeinsam in den grauen Heimersheimer Himmel. Zu sehen gab es nichts, wohl aber zu hören. Eine von insgesamt 80 neuen Alarmsirenen wurde in Gang gesetzt. Mit ihnen soll die Bevölkerung in Zukunft vor drohenden Gefahren gewarnt werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Kreistag dafür starkgemacht, die Sirenen auf einen neuen technischen Standard zu bringen. Dass der Innenminister zur Inbetriebnahme des neuen Warnsystems eigens aus Mainz angereist kam, mag belegen, dass diesem Teil des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes eine große Bedeutung beigemessen wird.

Nach der verheerenden Flutkatastrophe im vergangenen Jahr wurde damit begonnen, in den ahranliegenden Städten und Gemeinden ein neues Sirenennetz aufzubauen, mit dem die Bevölkerung in Zukunft rechtzeitig vor aufziehenden Gefahren gewarnt werden kann. Insgesamt – so der Wille von Kreistag und Land – sollen entlang der Ahr rund 80 moderne elektronische Sirenen errichtet werden. Kosten: rund zwei Millionen Euro, die aus Mitteln des Wiederaufbaufonds finanziert werden sollen. An der Heimersheimer Feuerwache steht nun ein solcher Mast, an dessen Spitze die Sirene angebracht ist.

Neue Sirenen sollen auch bei Stromausfall funktionieren

Die neuen Sirenen sind leistungsstärker als die alten Motorsirenen und bringen überdies noch viele weitere Vorteile mit sich: Sie sind akkugepuffert und funktionieren daher auch noch bei Stromausfall. Sie können nicht nur alle Sirenensignale wiedergeben, sondern auch für Durchsagen genutzt werden, sodass im Ernstfall gezielte Informationen und Verhaltenshinweisen an die Bevölkerung übermittelt werden können.

Die Sicherheit der Menschen stand am Donnerstag ohnehin so ganz im Zentrum eines Probealarms, der bundesweit ausgelöst wurde. Nachdem der erste Warntag vor zwei Jahren reichlich schieflief, haben Bund und Länder nun einen neuen Versuch gestartet. Dazu setzte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Notfallübung in Gang. Nutzer eines neuen Smartphones, die zugleich auch mehrere Warn-Apps installiert haben, wurden so durch Klingeln, Tröten oder Piepsen kräftig aufgeschreckt.

„Ein flächendeckendes Netz aus Warnmitteln und Sirenen, das sowohl im Zivilschutzfall durch den Bund als auch im Katastrophenfall durch Kommunen genutzt werden kann, ist zentral. Die Innenministerkonferenz hat deshalb vergangene Woche die verstärkte Bitte an den Bund gerichtet, das bestehende Sirenenförderprogramm zu verstetigen und finanziell so auszustatten, dass alle Beteiligten dieser Verantwortung gemeinsam gerecht werden können“, sagte Ebling. Für ihn stehe außer Frage, dass es bundesweit einen weiteren Ausbau der Warnmittel brauche. Ebling und Landrätin Weigand unterstrichen, dass es mit den neuen von Bund und Ländern geförderten Sirenen nun mehr Sicherheit für die Bürger gebe.