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Bis zur LaGa 2022: Bahn will mehr Züge für die Ahrtalstrecke

Bis zur LaGa 2022 : Bahn will mehr Züge für die Ahrtalstrecke

Die Bahn will pünktlich zur Landesgartenschau 2022 mehr Züge auf der Ahrtalstrecke einsetzen. Konkret soll es etwa im 20-Minuten-Takt von Remagen nach Dernau gehen.

Mit der Landesgartenschau 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler soll bei der Bahn auch ein 20-Minuten-Takt von Remagen nach Dernau eingeführt werden. Das erklärte Thorsten Müller, Verbandsdirektor des Zweckverbands Schienen-Personen-Nah-Verkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord), der auf Einladung der Freunde der Ahrtalbahn über aktuelle Themen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) referierte.

Zur Landesgartenschau vermissen die Ahrtalbahnfreunde indes bislang sowohl ein Verkehrskonzept als auch die Einführung eines Kombi-Tickets. Dies befürwortet Thorsten Müller auch für die Besucher der Weinfeste an der Ahr.

Ein Kombi-Ticket gehöre zu einer nach eigenem Anspruch „klimaneutralen“ Landesgartenschau unbedingt dazu, fand Wolfgang Schlagwein, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Ahrweiler. Auch ihn hatte Wolfgang Groß als Sprecher der Ahrtalbahnfreunde bei der gut besuchten Veranstaltung im Winzerverein Bad Bodendorf begrüßt. Schlagwein äußerte angesichts der Diskussion um das geplante neue Nahverkehrsgesetz Bedenken gegen den Gesetzentwurf für eine zentrale Organisation.

Deren Umsetzung hätte durch die Auflösung von SPNV Nord (Koblenz) und Süd (Kaiserlautern) sowie der fünf Verkehrsverbünde nicht nur für Rheinland-Pfalz fatale Folgen gehabt, sondern auch massive Auswirkungen in den angrenzenden Nachbarbundesländern. Nun solle die Regionalität jedoch erhalten bleiben, erklärte Müller.

Der Verbandsdirektor sprach auch die andauernden Pünktlichkeitsprobleme beim Regional-Express (RE) 5 und der Mittelrheinbahn an: „Auch die Bauarbeiten zur Verbesserung der Streckensituation nerven die Fahrgäste.“ Und die Fertigstellung der Bahnsteige Sinzig und Bad Breisig, die eigentlich für das Jahr 2021 zugesagt gewesen sei, solle nun erst 2024 erfolgen.

Zu den größten Problemen aktuell gehören für Müller die durch die Corona-Krise auf zehn bis 15 Prozent eingebrochenen Fahrgastzahlen. Müller zeigte auch Verständnis für die vielen Beschwerden gegen den Tarifdschungel in Deutschland, zumal es in der Schweiz gelungen sei, mit einer innovativen App alle Tarife zu integrieren, wodurch die Nutzer immer den günstigen Fahrpreis erhielten. Die beiden Schienen-Strategieprojekte, Deutschland-Takt im Bund und Rheinland-Pfalz-Takt in Rheinland-Pfalz, hätten als Zielhorizont das Jahr 2030.

Höhe der Bahnsteige muss korrigiert werden

Nachholbedarf sah Müller bei der baulichen Situation vieler Bahnhöfe und Stationen der Ahrtalbahn, insbesondere die Bahnsteighöhen betreffend. Auch dabei beklagte Müller die langen Umsetzungszeiten, etwa am Haltepunkt Ahrweiler Markt. Zu einer Fahrzeitplanstabilität sollten neben dem geplanten ESTW (Elektronisches Stellwerk) und später DSTW (Digitales Stellwerk) zwischen Remagen und Ahrbrück weiterhin die Reaktivierung des zweiten Gleises am Bahnhof Walporzheim beitragen. Ebenso könnte eine Elektrifizierung an der Ahr die Fahrzeiten verringern. Diese Maßnahme befinde sich zwar auf der Prioritätenliste des Landes Rheinland-Pfalz, von der angekündigten Elektrifizierungs-Offensive des Bundes sei bislang jedoch noch nichts passiert.

„Woher das Geld für diese Maßnahme kommen soll, ist unklar und nicht geklärt, obwohl die Zeit drängt“, stellte Wolfgang Groß fest.

Thorsten Müller teilte weiter mit, dass auf der Ahrtalbahn ein Pilotprojekt des SPNV Nord zusammen mit den Land Rheinland-Pfalz mit Hybridfahrzeugen vorgesehen sei. Es gehe darum, wohin die Mehrzahl der Bahnkunden aus dem Ahrtal am besten ohne Umsteigen kämen. Groß begrüßte die im Entwurf des Deutschlandtaktes vorgesehene Direktverbindung von Ahrbrück bis Wuppertal.

Die Reaktivierung der Ahrtalbahnstrecke zwischen Ahrbrück und Adenau hielt er „mit 85 bis 90 Prozent“ für realisierbar, auch wenn in Hönningen die Umgehung über die alte Bahntrasse führt: „Hier muss es jedoch politische Impulse vor Ort geben.“ Aus dem Publikum kamen ergänzend Klagen zum Stillstand beim geplanten Bahnhaltepunkt „Bad Neuenahr-Mitte“.