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Ernten in Gefahr: Bauern sagen Mäusen den Kampf an

Ernten in Gefahr : Bauern sagen Mäusen den Kampf an

Die Bauern in Rheinland-Pfalz befürchten eine Mäuseplage. Grund: Der bislang milde Winter. Während auf der Grafschaft schon die Abdeckfolien für die Erdbeeren ausgebracht werden, sieht der Bauernverband Rheinland-Nassau düstere Wolken am Horizont und prognostiziert regional Totalausfälle bei den Ernten.

Der Verband spricht sogar von einem deutschlandweiten Problem.

"Mäuseplagen hat es immer schon gegeben. Sie sind kein neues Phänomene. Experten rechnen allgemein damit, dass es drei Jahre dauert, bis die Populationsspitze erreicht ist. Normalerweise bricht sie dann wieder zusammen", sagte Franz-Josef Schäfer, Vorsitzender des Kreisbauern- und Winzerverbandes Ahrweiler und Landwirt aus Eckendorf auf Anfrage des General-Anzeigers.

Nach seiner Meinung wurde der "Höhepunkt der Mäusepopulation im vergangenen Sommer erreicht. Der ausgefallene und trockene Winter 2013/2014 sowie das trockene Frühjahr seien ideale Voraussetzungen für eine Massenvermehrung gewesen.

Wie bauen die Bauern dem vor, denn auch der bisherige Winter bietet für die Nager nahezu ideale Voraussetzungen? Schäfer: "Die Bekämpfung erfolgt überwiegend mit Giftködern wie zum Beispiel Giftweizen, der verdeckt in die Mäuselöcher ausgebracht werden. Offenes Ausbringen ist verboten, um andere Wildtiere, insbesondere Vögel, nicht zu gefährden." Behandelt werden dürften außerdem nur landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Vorbeugend für die neue Saison war es auf der Grafschaft Ende vergangenen Jahres auf Antrag an die Naturschutzbehörde aber möglich, Feldränder zu behandeln. "Das haben wir getan, weil aus diesen Bereichen die erneute Besiedlung der Felder durch Mäuse erfolgt", erklärte Schäfer gestern. Aktuelle Schäden gib es bereits beim Wintergetreide und beim Raps.

Die Schäden treten nach Auskunft des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum durch den Fraß an den Kulturpflanzen auf. "Im Getreide und Grünland kann auch der Laie die runden Kahlstellen um die Mäuselöcher erkennen", sagt Schäfer. Gravierender seien die Schäden in Obstkulturen, da es durch Wurzelfraß zum Absterben von Obstbäumen und Sträuchern kommen könne. Unter die Rubrik indirekte Schäden würde zum Beispiel das Zerstören von Bewässerungsschläuchen fallen. Denn diese hätten die Mäuse wörtlich genommen zum Fressen gern.

Als Erdbeerbauer sieht der Chef des Kreisbauer- und Winzerverbandes von den Mäusen jedoch noch eine weitere Gefahr ausgehen: "Mäuse sind Überträger des Hanta-Virus. Diese werden von Nagetieren übertragen und können zu lebensbedrohlichen Infektionen führen. Um eine Gefährdung unserer Erntehelfer, aber auch eine Kontamination der Früchte auszuschließen, ist eine konsequente Bekämpfung der Tiere notwenig", ist sich Schäfer mit seinen Kollegen einig.