1. Region
  2. Ahr & Rhein

Bad Breisiger Verbandsgemeinderat: Bürgermeister Bernd Weidenbach leitet seine letzte Sitzung

Bad Breisiger Verbandsgemeinderat : Bürgermeister Bernd Weidenbach leitet seine letzte Sitzung

Bernd Weidenbach hat 16 Jahre die Verbandsgemeinde Bad Breisig gelenkt. Jetzt leitete der Bürgermeister zum letzten Mal eine Sitzung des Verbandsgemeinderats und erhielt von den Kommunalpolitikern zum Abschied minutenlangen Applaus.

Mit stehenden Ovationen, gefühlt eine halbe Ewigkeit lang, endete am Dienstagabend die letzte von Bürgermeister Bernd Weidenbach geleitete Sitzung des Verbandsgemeinderats Bad Breisig. Zwei jeweils achtjährige Amtsperioden lang hat der gebürtige Oberdürenbacher dieses Amt ausgeübt, wenn er am 7. Oktober in den Ruhestand wechselt. Über Weidenbachs Nachfolge entscheiden die Bürger der Stadt Bad Breisig, von Brohl-Lützing, Gönnersdorf und Waldorf am Sonntag, 20. September.

Hans-Josef Marx (FWG), Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, würdigte Weidenbachs Verdienste und warf beispielhaft Schlaglichter auf dessen Wirken als Chef der Verbandsgemeindeverwaltung und als Vorsitzender des Rates, dessen Sitzung vom 7. Oktober 2004 die erste war, die Weidenbach leitete. Er war zuvor von Vorgänger Hubert Busch in sein neues Amt eingeführt worden.

Auch unter Bernd Weidenbach habe es unterschiedliche Positionen gegeben, Diskussionen, Emotionen und Härte in der Sache. Das Klima der kommunalpolitischen Diskussion in der Rhein-Kommune habe sich unter Weidenbach aber in wohltuender Weise verbessert, lobte Marx. Mehr noch: Politische Diskussion sei unter Weidenbach überhaupt erst möglich geworden. „Vorschläge sämtlicher Mandatsträger, ganz gleich welcher Couleur, sind aufgenommen und in die Entscheidungsfindung einbezogen worden“, würdigte Marx, „vor Bernd Weidenbach war das nicht unbedingt der Fall“.

„Streit und persönliche Scharmützel hat es unter Bernd Weidenbach nie gegeben“, so Marx. Stattdessen Gewissenhaftigkeit, Toleranz und Umsicht in der politischen Diskussion, das stete Bemühen um Deeskalation, Respekt vor Mandatsträgern und demokratisch gefällten Entscheidungen, auch wenn sie nicht der eigenen Position entsprachen, pfleglicher Umgang mit den Ressourcen der Verwaltung und ihrer Mitarbeiter sowie strikte Orientierung am langfristigen Wohl der Stadt Bad Breisig und der Mitgliedsgemeinden Brohl-Lützing, Gönnersdorf und Waldorf.

Das permanente Bemühen um die Nachvollziehbarkeit von Politik und Verwaltungshandeln habe als Maxime zu den klar erkennbaren Leitlinien im Handeln des scheidenden Bürgermeisters gehört.

Bernd Weidenbach, von derart viel Zuspruch sichtlich bewegt, sagte, er wäre gerne weitere acht Jahre Bürgermeister geblieben, führte aber auch gewichtige Gründe dafür an, das Amt in jüngere Hände abzugeben. Er gestand aber auch, nicht böse darum zu sein, dass sich Familie, Privatleben und persönliche Interessen nicht länger Dienstpflichten unterordnen müssen. Und Weidenbach beruhigte: Niemand müsse sich darum sorgen, dass ihm demnächst langweilig wird. Unter anderem habe er „ein Buch über kommunales Beitragsrecht in der Pipeline“.

Einmal mehr bewies Bernd Weidenbach am Dienstag, dass ein Bürgermeister in der Lage sein muss, auch schon mal die Faust in der Tasche zu ballen. Sein Ziel, sich mit den Nachbar-Verbandsgemeinden Bad Hönningen, Unkel und Linz sowie mit den Städten Remagen und Sinzig für die Förderperiode 2021 bis 2027 gemeinsam um die Anerkennung als Leader-Region zu bewerben und damit mehr Rhein übergreifende Zusammenarbeit zu erreichen, wurde vom Verbandsgemeinderat mit knapper Mehrheit abgelehnt. Dies obwohl die Bewerbung vom Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde und von der CDU-Fraktion unterstützt worden war.

Seine Enttäuschung war dem Bürgermeister anzumerken. „Aber sei’s drum“, kommentierte er, „das ist eben Demokratie live“.