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Coronaabwehr an der Ahr: Corona-Schutz aus Plexiglas made in Dernau

Coronaabwehr an der Ahr : Corona-Schutz aus Plexiglas made in Dernau

Der diesjährige Skiurlaub im österreichischen Ischgl wird Maik Rönnefarth wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Denn der Schreiner aus Dernau gehört zu den Menschen, die sich dort mit dem Coronavirus infiziert haben. Jetzt werden Lösungen zur Abwehr von Viren entwickelt.

Drei Wochen hat ihn die daraus resultierende Krankheit „beschäftigt“, wie er dem General-Anzeiger erzählt. „Wie können wir helfen?“, habe er sich während der Zwangspause zu Hause gefragt. Das Ergebnis: Als Rönnefarth wieder in seine eigentlich auf Möbel spezialisierte Schreinerei kommt, beginnen er und seine 28 Angestellten mit der Produktion eines Hustenschutzes aus Plexiglas, der am Empfang von Arztpraxen, Apotheken und Co. die Verbreitung des Virus verhindern soll.

Die Schutzwand ist u-förmig und kann auf Theken aufgesetzt werden. Dabei gebe es sowohl Varianten, die sich einfach aufstellen lassen als auch aufwendigere Sonderanfertigungen. Auch eine spezielle Platte für Eingangstüren von Läden habe er entwickelt. „Die sieht aus wie ein Kioskfenster“, berichtet der Schreiner.

Ob sich der Hustenschutz jedoch dauerhaft durchsetzt, sei fraglich, wird Rönnefarth in einer Pressemitteilung der Handwerkskammer zitiert. Momentan scheint das Geschäft allerdings gut zu laufen. Zwischen 80 und 100 Schutzwände sind laut Rönnefarth bislang verkauft worden. Und zwar nicht nur in der Region, sondern auch darüber hinaus. Kurzarbeit hat Rönnefarth angesichts der mit dem Virus verbundenen wirtschaftlichen Krise „nur vorsichthalber“ angemeldet. Bei den Aufträgen gebe es bislang noch einen Vorlauf. Sorge bereite ihm jedoch, dass die Lieferkette zusammenbrechen könnte.

Weiteres Schutz-Angebot kommt aus dem 3D-Drucker

Indes ist Rönnefarth in der Region nicht der einzige, der mit Plexiglas gegen die Verbreitung des Virus vorgeht. Holger Kowalewski, Vorsitzender der Wählergruppe Remagen, macht darauf aufmerksam, dass die Firma Zaribo im Stadtteil Oedingen einen Gesichtsschutz aus Plexiglas herstellt. Das Besondere: Produziert wird dort per 3D-Drucker. Die Masken seien primär für medizinisches Personal und Pflegepersonal gedacht und für Menschen, die sich jeden Tag einem erhöhten Risiko aussetzen, um anderen Menschen zu helfen oder selbst einer Risikogruppe angehören. Allerdings erfüllten die Masken keinen FFP-Standard, daher handele es sich nicht um medizinische Atemschutzmasken. Bei zwei bis drei simultan arbeitenden Druckern im 24-Stunden-Betrieb könnten bis zu 25 Masken pro Tag hergestellt werden. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten würden zunächst ausdrücklich Unternehmen angesprochen. Man wolle einen „Ansturm von Privatkunden vermeiden, bei denen dann die Masken womöglich nur zu Hause im Schrank liegen würden“. Es bestehe keinerlei kommerzielles Interesse. Der Verkaufspreis decke lediglich die Produktionskosten.