Eröffnung ist im Januar 2016: Der letzte Lebensort im Grünen

Eröffnung ist im Januar 2016 : Der letzte Lebensort im Grünen

Führungen durch die Baustelle des Stationären Hospizes. Patricia Felsberg wird das Haus leiten.

Ein kleines Weinfest im Hospiz gefällig? Darf es auch Kultur und Karneval sein? Wie sieht es mit einer Konfirmation oder gar einer Trauung aus? "Ja, gerne, unbedingt", sagt Christoph Drolshagen, Geschäftsführer der vor zwei Jahren gegründeten Hospiz im Ahrtal GmbH. "Weil unser Stationäres Hospiz ein Haus des Lebens werden soll, voller Lebendigkeit, um das Leben in Würde mit höchstmöglicher Lebensqualität zu beschließen." Mit diesen Worten schickte Drolshagen am Dienstagabend gleich zwei Gruppen los auf Entdeckungsreise durch den Rohbau am Bad Neuenahrer Dorotheenweg.

Architekt Thomas Ludwig erläuterte das Bauvorhaben "auf einer Ebene" - lediglich ein Veranstaltungsraum liegt, per Aufzug erreichbar, eine Etage tiefer. Er zeigte das Foyer, das Entspannungsbad und das lichtdurchflutete Wohnzimmer mit Essgruppe, Internetcafé und Teeküche, bei dem Treffen und Transparenz im Vordergrund stehen. Die Besucher gingen auch in eines der zehn Gästezimmer, die ab Januar bezogen werden können und in denen dann pro Jahr 150 Menschen ihren letzten Lebensort finden.

Gelungen: Die Ausrichtung des Gebäudes. Niemand schaut aufs Krankenhaus, sondern entweder vom Zimmer mit Terrasse oder Balkon aus in die Weinberge oder ins Grüne. Angehörige haben ein eigenes Zimmer, aber auch die Option, in einem Sessel mit Schlaffunktion beim schwerstkranken Sterbenden rund um die Uhr zu sein.

Bis das Hospiz im Ahrtal die ersten Gäste wird begrüßen können, werden noch einige Monate ins Land gehen. Die personellen Weichen stellen die Gesellschafter jedoch schon in diesen Tagen: Die Hospizleitung wird Patricia Felsberg übernehmen, ihr wird als Pflegedienstleiterin Yasmin Brost zur Seite stehen. Beide werden ihre Arbeit bereits am 1. Oktober aufnehmen und haben damit die Chance, das Haus schon im Vorfeld der Eröffnung entscheidend mitzugestalten und auch das Mitarbeiterteam mit auszuwählen.

Felsberg kommt aus der Pflege, hat einige Jahre im Hospiz am Waldkrankenhaus in Bad Godesberg als stellvertretende Leiterin gearbeitet und ist heute als Palliativfachkraft in einer Altenpflegeeinrichtung tätig. Brost ist derzeit Pflegedienstleiterin einer Sozialstation im baden-württembergischen Sindelfingen. Dort hat sie auch schon Erfahrungen als Leiterin eines ambulanten Hospizdienstes gesammelt. Persönliche Gründe sind es, die sie aus Baden-Württemberg in den Kreis Ahrweiler wechseln lassen.

Das Hospiz im Ahrtal ist Ende des Jahres fertiggestellt. Die ersten Gäste wird man Anfang Januar 2016 begrüßen können. Gemeinsame Träger sind der Hospiz-Verein Rhein-Ahr, die Marienhaus Unternehmensgruppe und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die Baukosten belaufen sich auf rund 2,9 Millionen Euro.