Kommentar Der Zauber des Anfangs

Die Aktiengesellschaft ist ein innovativer, moderner Betrieb" und "Bad Neuenahr nimmt im Reigen der Elite der europäischen Bäder eine Spitzenstellung ein". Gut, dass FWG-Chef Hans Boes ein Archiv hat. Er las diese Zitate aus der Festschrift der AG Bad Neuenahr zu ihrem 150-jährigen Bestehen im Rat vor.

Seit dem Jubiläum sind gerade fünf Jahre vergangen. Wie Hohn wirkt es daher, dass jetzt die Stadt nach dem angekündigten Rückzug der AG aus dem Kurbetrieb retten muss, was zu retten ist: den Bad-Status. Der in den Vorwochen von der AG immer wieder vorgebrachten Parole, die Stadt wird alles richten, wird selbige nicht folgen. "Kurbetrieb ist eingestellt. Eingestelltes kan man nicht übernehmen", machte Bürgermeister Guido Orthen klar. Der Kölner würde sagen: "Fott is fott."

Die Situation der AG ist dabei ein über die vergangenen Jahrzehnte gewachsenes Szenario, das jetzt im Debakel endet. Denn weder Vorstände noch Aufsichtsräte haben die notwendigen und richtigen Antworten auf damals wie heute drängende Fragen gegeben. Durch Vermögensverkäufe wurde der trügerische Schein der heilen Welt (siehe oben) teuer verkauft. Jetzt gilt für die Stadt: Blick nach vorn. Oder wie Hesse sagte: "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne."

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