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Nostalgiebad in Bad Bodendorf: Die Badsanierung verzögert sich

Nostalgiebad in Bad Bodendorf : Die Badsanierung verzögert sich

Kostensteigerung zieht Ausschreibung für das Bad Bodendorfer Nostalgiebad in die Länge. Die Immobilie stammt aus den 30er Jahren.

Wie mehrfach berichtet, ist das Schwimmbad der Sinziger stark sanierungsbedürftig. Würde die Technik nicht in Ordnung gebracht, droht eine Schließung durch das Kreisgesundheitsamt. Wiederholt hatte die Kreisverwaltung darauf hingewiesen, dass der technische Zustand des Bades nicht den Anforderungen genüge und eine Schließung nicht ausgeschlossen werden könne.

Das Bad soll saniert werden

Im Stadtrat war man sich schnell einig: Das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Bad mit seinem nostalgischen Charme soll auf Vordermann gebracht werden. Zunächst ging man von einer Investition in Höhe von 1,4 Millionen Euro aus. Dann musste nachgebessert werden. Eine neue Kostenschätzung ergab 2,1 Millionen Euro. Diesen Betrag muss die Stadt allerdings alleine aufbringen, Zuschüsse von Bund oder Land sind nicht in Sicht.

Nicht nur die gesamte Technik des 1937 eingeweihten Nostalgiebades soll erneuert werden. Vielmehr werden nach den Vorstellungen von Rat und Verwaltung das mit warmem Thermalwasser gefüllte Hauptbecken sowie die beiden kleinen Kinderbecken Stahlwannen erhalten. Seinen besonderen Charme soll das im ehemaligen Bad Bodendorfer Kurbereich gelegene Bad freilich nicht verlieren. So weit der Plan, der auch mit dem emsigen, stark engagierten Förderverein des Bades so abgesprochen war.

Klare Vorstellungen hatte man auch von einem Sanierungszeitplan: Da das Bad wegen der Corona-Pandemie in diesem Frühjahr und Sommer (Eröffnung ist traditionell an Ostern) geschlossen bleiben musste, sollten eigentlich in 2020 die Bagger anrollen, damit nach sechsmonatiger Bauzeit an Ostern 2021 der Startschuss für eine neue Badesaison gegeben werden könnte – sofern die Pandemie dies zulasse.

Kostenrahmen von 2,1 Millionen weit überschritten

Wie Sinzigs Bürgermeister Andreas Geron nun den Mitgliedern des Fördervereins mitteilte, wird es einen Zeitverzug geben. Rund 50 Mitglieder des Bad-Unterstützervereins waren nach Bad Bodendorf gekommen, um den aktuellen Sachstand in Erfahrung zu bringen. „Als wir das Leistungsverzeichnis erstellt haben, mussten wir uns bei der Addition der Beträge die Augen reiben“, sagte der Sinziger Bürgermeister. Der Kostenrahmen von 2,1 Millionen Euro sei weit überschritten. Also habe man sich erneut mit dem Fachplaner zusammengesetzt, um mit geeigneten Maßnahmen die Kosten zu senken. Geron: „Ich muss die Gesamtstadt im Blick haben und an unsere Kasse denken.“ Wirtschaftlichkeit gehe vor Zeit. Und: „Es war zu viel planerische und finanztechnische Vorarbeit zu leisten.“ Schließlich sei man im Rathaus nicht auf Badplanungen spezialisiert: „Wir haben da keine Fachkompetenz.“

Dies habe auch Auswirkungen auf die Ausschreibung gehabt, die nach wie vor nicht erfolgt ist. Im November, so hofft Geron, soll es nun zur Auftragsvergabe durch den Rat kommen. Sollte dies so sein und ein milder Winter vorherrschen, könne mit den Bauarbeiten begonnen werden. Erfüllen sich diese Hoffnungen, so stünde das Bad voraussichtlich im Juli saniert und in neuem Glanz zur Verfügung.

Fördervereinsvorsitzender Hans Diedenhofen trägt da nicht ganz so viel Optimismus in sich. „Dann hoffen wir mal auf einen sehr milden Winter“, sagte er mit skeptischer Miene in der Versammlung. Geron unterstrich: „Ich bitte um Verständnis, dass es nicht ganz so schnell geht wie eigentlich erwartet.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf das „komplexe Zahlenwerk“.

Jährlicher Zuschuss der Stadt

Der Badbetrieb wird alljährlich mit einem städtischen Zuschuss bedacht. Für das Betreiberpaar Frank und Eva Riffels ist der Zeitverzug ebenso eine bittere Pille wie für die Stammgäste des Bades. Wenn es schlecht läuft, werden sie zwei Jahre ohne Einnahmen sein. Bezüglich des Baubeginns wolle Geron nicht spekulieren, sagte er dem GA. „Wie sich der Badebetrieb 2021 im Hinblick auf die Bauarbeiten und die Pandemie entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Auch die Witterung wird entscheidend sein.“