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Stefan Stuch versorgt mit seinem Fischstand Menschen im Ahrtal: Die Fischsuppe ist klarer Favorit

Stefan Stuch versorgt mit seinem Fischstand Menschen im Ahrtal : Die Fischsuppe ist klarer Favorit

Am Fischstand Stuch verteilen Inhaber und Mitarbeiter die Ware im Ahrtal. Die Kunden spenden kräftig.

Direkt am Donnerstag, 15 Juli, nach der Katastrophennacht hat sich Stefan Stuch, Gründer und Inhaber von Fisch Stuch, mit schweren Maschinen auf den Weg ins Ahrtal gemacht. Die drei Generatoren, vier Schlammpumpen und den Bautrockner, den er im Wagen transportierte, benutzt er sonst zur Fischteichreinigung in Wachtberg. Da steht auch sein Wohnhaus, das er am Vorabend der Katastrophe selbst behelfsmäßig abgesichert hatte, da auch bei ihm ein kleiner Bach zu Überschwemmungen geführt hatte.

Noch einen Tag später, am Freitag, 16. Juli, hat er dann schon einen seiner mobilen Verkaufswagen in Bad Bodendorf an der Grundschule geparkt und dort Fischbrötchen und Hygieneartikel verteilt. Er habe Kontakte ins Ahrtal. In Bad Bodendorf steht er schon seit Jahren mit seinem Fischstand auf dem Freitagsmarkt. „Wir haben uns einfach so gedacht – die brauchen jetzt schnelle Hilfe. Und tatsächlich: Unsere Angebote waren hochwillkommen“, erinnert sich Stuch.

Seitdem ist er regelmäßig im Katastrophengebiet und kann abschätzen, was die Menschen vor Ort jeweils brauchen. Fischsuppe sei in jedem Fall der Renner: „Einmal wollten wir den Menschen in der betroffenen Region Abwechslung bieten und haben einen Eintopf mit Kartoffeln und Speck mitgebracht. Da war die Enttäuschung bei vielen aber groß: Sie wollten Fischsuppe.“

Kuchen, Desinfektionsmittel und Backfisch für die von der Flutkatastrophe  Betroffenen

Doch nicht nur Fischsuppe haben die Wagen von Stuch geladen. Die vielen Mitarbeiter des Unternehmens, die freiwillig, und ohne die Stunden aufzuschreiben, in der Katastrophenregion mitarbeiten, bringen auch Kuchen, Desinfektionsmittel oder Backfisch zu den Hochwasser-Betroffenen. So wurden am vergangenen Freitagmorgen allein in der Grafschaft 400 Portionen Rotbarsch im Teigmantel verteilt.

400 Euro haben die Kunden am Fischstand Stuch schon gespendet

Finanziert wurden die bisher knapp 1200 verteilten Portionen vom Unternehmen Stuch – und deren Kunden. „Mittlerweile haben die Kunden mitbekommen, was wir da im Ahrtal auf die Beine stellen und spenden bei ihrem Einkauf in den Filialen und an den mobilen Verkaufsständen. 400 Euro sind auf diese Weise schon zusammengekommen.“ Eine große Unterstützung, so ergänzt Stuch, sei auch das Café Mehr aus Mehlem gewesen. Inhaber Alexander Hundgeburth hat 200 Stück Blechkuchen kostenfrei zum Verteilen bereitgestellt.

Nach neun Einsätzen weiß der Chef noch nicht genau, wie es künftig weitergehen wird. „Wie lange wir noch gebraucht werden – und vor allem – was gebraucht wird, das stimme ich engmaschig mit den Helfergruppen vor Ort ab.“

Sein Ausblick auf die Zukunft: „Auch wenn die Art der Hilfe sich verändern wird und bald vielleicht vornehmlich Handwerker gesucht werden, Fischbrötchen werden sicher noch eine ganze Weile gut ankommen.“