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Erdbeerpflückerin aus Tuffstein : Eine Skulptur für Neubaugebiet in Remagen

Erdbeerpflückerin aus Tuffstein : Eine Skulptur für Neubaugebiet in Remagen

Jüngstes Projekt des Bürger- und Heimatvereins Kripp ist die Skulptur einer Erdbeerpflückerin. An der Straße „Im Erdbeerfeld“ wurde das Kunstwerk aus Eifeler Tuffstein enthüllt.

Stadtgeschichte hat mit Erinnerungen zu tun, Erinnerungen, die Neubürger nur vom Hörensagen kennen. So auch in Kripp. In dem zu Remagen gehörenden Fährort, der einst den Bad-Titel trug, kümmert sich der von Harry Sander geführte Bürger- und Heimatverein rührig darum, Dorfgeschichte lebendig zu erhalten.

Jüngstes Projekt ist eine Skulptur im Neubaugebiet, besser gesagt an der Straße „Im Erdbeerfeld“. Diese wurde im Beisein von Anwohnern, Bürgermeister Björn Ingendahl Mitgliedern des Ortsbeirates und von Bürger- und Heimatverein offiziell enthüllt. Es ist ein Kunstwerk des Mendiger Steinmetz- und Bildhauermeisters Hans Loosen und zeigt eine Erdbeerpflückerin mit Korb. Die Statue aus Eifeler Tuffstein steht auf einem Basaltsockel, der mit gehauenen Erdbeerblättern verziert ist. Zwei kleine Basaltsäulen säumen die Figur.

Die „Erdbeerpflückerin“ soll nach Sander, „den Neubürgern zeigen, wo sie gebaut haben, wo sie wohnen“. Denn das Neubaugebiet diente früher als Erdbeerfeld und so mancher Stein für Häuser im Fährort wurde in den 1950er und 1960er Jahren mit dem Geld bezahlt, das mit den Erdbeeren, die vorher zur Sammelstelle an der Mittelstraße gebracht worden waren, auf dem Bonner Markt verdient worden war.

Näheres ist auch auf der nagelneuen Info-Tafel links neben der Statue zu lesen. Sander erinnerte bei der Enthüllung daran, dass die Suche nach einem Standort für die Skulptur schon vor drei Jahren begonnen hatte. Erst im vorigen Jahr war dieser gefunden und treffenderweise trägt die Straße, an deren Ecke „Et Erdbeer Drück“ steht, den Namen „Im Erdbeerfeld“.

Wobei der kleine Platz der Stadt gehört und eigentlich von einem Baum geschmückt werden sollte. Doch Harry Sanders Wunsch ging in Erfüllung,. Zumal er mit Hans-Toni Haenscheid, Lutz Weigl und Ingo Gäb die Vorarbeit geleitet hatte. Sie hatten den Platz gepflastert, versiegelt und gestaltet.

Dafür gab es bei der Enthüllung der Statue einen Extra-Applaus. Denn Eigenleistung steht beim Bürger- und Heimatverein hoch im Kurs. Und auch jede Menge Spenden haben das Projekt Wirklichkeit werden lassen. Denn immerhin hatte der Verein für die Skulptur 7500 Euro aufzubringen.

Den von Harry Sander seit 14 Jahren geführten Bürger- und Heimatverein gibt es seit 1907, und er hat Spuren im Dorf hinterlassen. 2012 wertete der Verein den Springbrunnen, den er in den Jahren 1972/73 an der Rheinpromenade gebaut hatte, zum Kripper Fintebrunnen auf. Wobei Finte für eine Gattung Rheinfisch steht.

Auch das Denkmal der Schönstattschwestern vor der katholischen Pfarrkirche Sankt Johannes Nepomuk geht auf eine Initiative des Vereins zurück.