Landratswahlen in Ahrweiler Eine Torte für den Sieger

KREIS AHRWEILER · So süß, wie die Torte, die Bäckermeister Rolf Genn für die Kreis-CDU mit Jürgen Pföhlers Wahlkampfslogan "Weiter Kreis Aufwärts" gebacken hatte, so eindeutig war am Sonntagabend das Landrats-Wahlergebnis

 Glückwunsch mit Torte: (von links) Jürgen und Andrea Pföhler, Karl-Heinz Sundheimer, Ulrich van Bebber, Friedhelm Münch und Horst Gies. FOTO: MARTIN GAUSMANN

Glückwunsch mit Torte: (von links) Jürgen und Andrea Pföhler, Karl-Heinz Sundheimer, Ulrich van Bebber, Friedhelm Münch und Horst Gies. FOTO: MARTIN GAUSMANN

Foto: Martin Gausmann

75,2 Prozent der Wähler im Kreis Ahrweiler votierten für den Amtsinhaber, 24,8 Prozent für den Einzelbewerber Axel Ritter aus der Kreisstadt. Als Pföhler mit seiner Frau Andrea um 19.02 Uhr den Sitzungssaal des Kreishauses betrat, brandete Beifall für den CDU-Mann auf. Schon wenig später verkündete Kreiswahlleiter Horst Gies das vorläufige Endergebnis.

Pföhler sah in dem Erfolg einen Wahlsieg der bürgerlichen Mitte, da nicht nur die CDU, sondern auch die FWG und die FDP ihn unterstützt hätten. "Ich danke den Wählern, den Hunderten Ehrenamtlern in den Wahllokalen und meiner Familie, die mich in den vergangenen Monaten ertragen und getragen hat." Er freue sich auf die kommenden acht Jahre Sacharbeit, "dann bin ich länger im Amt als mein politisches Vorbild Helmut Kohl", aber auch darüber, dass der Wahlkampf nun vorbei sei. Auch wenn die Wahlbeteiligung im Landesdurchschnitt liege, müsse über Modelle wie zum Beispiel die Wahlpflicht nachgedacht werden. "Ich habe mein großes, persönliches Ziel erreicht. Hauptthemen werden jetzt der demografische Wandel, schnelles Internet für alle und die Wiederbelebung der Zusammenarbeit mit Bonn, Rhein-Sieg und Köln über Ländergrenzen hinweg sein."

Mit den erreichten knapp 25 Prozent war auch Gegenkandidat Axel Ritter zufrieden. "Wenn man bedenkt, dass ich das in achteinhalb Wochen als Einzelkämpfer fast alles alleine gestemmt habe, ohne dass man mich gekannt hat, dann bin ich stolz. Ich hoffe, dass Landrat Pföhler das aufgreift, was ich angeregt habe: Dialog, Transparenz und ein besseres Zugehen auf die Bürger. Die Aufgabe hätte mich gereizt und es ist auch ein angenehmes Gefühl, beachtet zu werden. Ich werde immer der Stachel hier bleiben, in welcher Partei weiß ich noch nicht", kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der Kreis-Piraten die mangelnde Unterstützung seiner Partei.

"Jürgen Pföhler hat gute Arbeit gemacht, das haben die Bürger anerkannt und das belegen auch die Zahlen", so Karl-Heinz Sundheimer als CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Klar sei, dass man nicht alle überzeugen könne und sich Protestwähler für die Alternative entschieden. "Die Arbeit von Landrat Pföhler war in den zurückliegenden Jahren flächendeckend gut. Und ich habe mit meiner Vorhersage eine Punktlandung hingelegt", so Kreisbeigeordneter Fritz Langenhorst (SPD). Sein Kollege von der FWG, Friedhelm Münch, freute sich nicht nur für seinen Parteifreund Johannes Bell (siehe Bericht unten), "sondern auch über das tolle Ergebnis von Pföhler: "25 Prozent für Axel Ritter sind erstaunlich. Die Wähler nutzten die Alternative. Sie wollten nicht den Gegenkandidaten im Amt, sondern ihr Nein für Pföhler ausdrücken."

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Johannes Hüdepohl (AfD): "Ich hatte gar keine Erwartung. Aber es ist ein respektables Ergebnis für Axel Ritter. Wir werden im Kreistag weiter mit dem Landrat vertrauensvoll zusammen arbeiten." FDP-Fraktionsvorsitzender Ulrich van Bebber ergänzte: "Es ist ein gutes Ergebnis für den Kreis, wir haben Landrat Pföhler unterstützt. Er ist ein fairer, kundiger und verlässlicher Partner. Demnach geht es für den Kreis Ahrweiler vernünftig weiter."