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Ursachensuche: Einschätzung des Universitätsprofessors Martin Exner

Ursachensuche : Einschätzung des Universitätsprofessors Martin Exner

Die Ursachensuche ist bei einem weit verzweigten Wassernetz eine sehr komplexe Aufgabe. Es kam zur Feststellung von E. coli und anderen sogenannten coliformen Bakterien sowie Enterokokken im Trinkwassernetz.

Nach dessen Feststellung und Meldung an das Kreis-Gesundheitsamt wurden auf der Grundlage einer 2013 veröffentlichten Leitlinie des Bundesgesundheitsministeriums und des Umweltbundesamtes umgehende Sofortmaßnahmen zur Absicherung einer möglichen Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung eingeleitet.

Der Nachweis einer systemischen (heißt: an verschiedenen Entnahmestellen) Verunreinigung des Trinkwassernetzes mit E. coli bedeutet einen eindeutigen Hinweis auf fäkale Einträge. Wenn E. coli nachgewiesen werden, muss immer auch mit dem Vorkommen anderer Erreger im Trinkwasser gerechnet werden. Eine solche Gesundheitsgefährdung durch verschiedene andere ernstzunehmende Krankheitserreger muss vermieden werden.

Das Wasser darf nur getrunken werden, wenn es zuvor abgekocht wurde, bis eine ausreichende Desinfektion mit Chlor sichergestellt ist. Hierbei wird eine konsequente Ursachenklärung und Feststellung über die räumliche Ausdehnung der Kontamination im Versorgungsgebiet durch weitergehende Untersuchungen durchgeführt.

Wenn sichergestellt ist, dass keine sehr widerstandsfähigen Parasiten im Netz vorhanden sind, kann das Abkochgebot nach strenger Prüfung dann aufgehoben werden, wenn drei Mal an aufeinanderfolgenden Tagen kein Nachweis von E. coli, Coliformen und Enterokokken festzustellen war und die Desinfektionsmittelkapazität an allen Entnahmestellen des Trinkwassernetzes gewährleistet ist. Dies war gestern Abend der Fall.