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Erneute Kritik am Helfer-Zentrum auf der Grafschaft​

Erneute Kritik am Helfer-Zentrum auf der Grafschaft : Kreis wehrt sich gegen Aufruf in sozialen Medien

Die Debatte nach dem beschlossenen Betriebsstopp des Helfer-Zentrums auf der Grafschaft geht weiter. Die Kreisverwaltung wirft den Betreibern mangelnde Kooperationsbereitschaft vor und distanziert sich deutlich von einer weiteren Zusammenarbeit.

Im Streit um den Betrieb des Helfer-Zentrums auf der Grafschaft-Ringen verhärten sich die Positionen der Lager: In einer aktuellen Stellungnahme teilt die Kreisverwaltung mit, dass aufgrund fehlender Kooperationsbereitschaft seitens der Betreiber vom Helfer-Zentrum von einer weiteren Zusammenarbeit abgesehen wird. Konkret bemängelt die Verwaltung, dass Nachweise über erfolgte Sachspenden oder auch benötigte Betten für Helfer trotz expliziter Nachfrage weiterhin fehlen. Die Vorwürfe beziehen sich überwiegend auf die Einrichtungen „Baustoffzelt Kaiser 2.0“ und die Übernachtungseinrichtung für Helfer „Wilhelmshafen 2.0“.

„Festzustellen ist, dass der Betreiber nicht mit der Kreisverwaltung kooperiert und trotz vielfacher Aufforderungen keine Bestrebungen unternommen hat, die für einen möglichen Fortbestand des Projekts Helfer-Zentrum Ringen erforderlich gewesen wären. Allein vor diesem Hintergrund ist eine Fortsetzung der Zusammenarbeit nicht möglich“, teilt der Kreis mit.

Kreisverwaltung: Es geht nicht darum, jede Schraube zu zählen, sondern darum, wesentliche Warenströme zu erfassen

„Wir müssen feststellen“, so Landrätin Cornelia Weigand, „dass der Betreiber weder seiner Nachweispflicht für die bislang an den Standorten Walporzheim und Ringen für beide Einrichtungen entstandenen Kosten nachkommt noch die notwendigen Schritte einleitet, um eine Schließung zum 31. Juli zu gewährleisten.“ Vielmehr werde insbesondere in den sozialen Medien dazu aufgerufen, weiterhin Sachgüter anzuliefern, die nunmehr nicht als „Spenden“, sondern als „Geschenke“ deklariert würden, um den Beschluss des Kreistags zu unterlaufen. „Dies ist von unserer Seite aus nicht hinnehmbar“, so Weigand weiter. Es ginge nicht darum, jede Schraube zu zählen, wie es auf dem Facebook-Kanal vom „Baustoffzelt Kaiser 2.0“ dazu hieß, sondern darum, wesentliche Warenströme zu erfassen und nachzuweisen, teilt die Kreisverwaltung mit.

Bereits am 31. Mai 2022 fasste der Kreistag den Beschluss, sowohl den Betrieb der Helfer-Unterkunft „Wilhelmshafen 2.0“ als auch die Spendenannahme im „Baustoffzelt Kaiser 2.0“ zum 31. Mai 2022 zu beenden (der GA berichtete). Das Baustoffzelt sowie das Außengelände seien demnach bis spätestens zum 31. Juli 2022 zu räumen und für den Rückbau vorzubereiten. Die Meldung wurde in den sozialen Medien viel debattiert. Da die finanziellen Mittel für Umzug, Betrieb und Abbau des Helfer-Zentrums weder über die Soforthilfe des Landes noch über den Wiederaufbaufonds abgerechnet werden, sprang im Oktober vergangenen Jahres der Kreis ein und sicherte die Übernahme der Betriebskosten bis zum 31. Mai 2022 zu.

(rms)