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Grundschule in Bad Neuenahr: Frage nach Sanierung oder Neubau des Schulgebäudes noch offen

Grundschule in Bad Neuenahr : Frage nach Sanierung oder Neubau des Schulgebäudes noch offen

Immer mehr Schüler zählt die Grundschule Bad Neuenahr und platzt daher aus allen Nähten. Aktuell beschäftigt sich die Politik daher mit der Frage nach Grundsanierung oder Neubau auf dem bestehenden Areal.

Die Grundschule Bad Neuenahr hat nicht nur ein gewisses Alter erreicht, sie platzt auch aus allen Nähten. Schon fürs kommende Schuljahr müssen Klassencontainer eingesetzt werden. Seit vielen Jahren werden Lösungsansätze diskutiert, mittlerweile ist man in der Verwaltung ein großes Stück weiter. Die Fünfzügigkeit ist genehmigt, Raumplanungen liegen vor. Aktuell beschäftigt sich die Politik mit der Frage nach Grundsanierung oder Neubau auf dem bestehenden Areal. Nun geraten die Beratungen jedoch ins Stocken.

Der Schulträgerausschuss hat sich zuletzt bereits für eine Neubaulösung ausgesprochen. Mit einem solchen Modell könnte auch der Rat gut leben, schon allein, weil eine Lebenszyklus-Kostenberechnung, die die Kosten für Erstellung zuzüglich Unterhaltung über 40 Jahre darstellt, in der Summe auf 32,9 Millionen Euro kommt. Das sind elf Millionen Euro weniger als die Summe der günstigsten Grundsanierungsvariante. Dabei sind die Kosten für eine Auslagerung der Klassen, die bei einer Grundsanierung die ganze Schule über Jahre betreffen würden, noch gar nicht eingerechnet.

Beratungen sind erneut ins Stocken geraten

Jetzt sind die Beratungen aber erneut ins Stocken gekommen. Der dem Schulträgerausschuss folgende Bau- und Planungsausschuss hat zunächst einmal auf eine Abstimmung über die vorgelegte Beschlussvorlage und damit auf eine Empfehlung an den Stadtrat verzichtet. In den Beratungen hatte Hans Seul vom Gebäude- und Grundstücksmanagement der Stadtverwaltung die möglichen Varianten aus Sanierung oder Neubau noch einmal vorgestellt.

Fritz Langenhorst (SPD) befürwortete die Neubauplanungen, weil die laufenden Kosten eines Altbaus gegenüber einem Neubau immer teurer seien. Beleg dafür ist die Lebenszyklus-Kostenberechnung. Aber die dort zu den einzelnen Varianten zugrunde liegenden Zahlen hinterfragte Ausschussmitglied Udo Heimermann. Er vermutet im Zahlenwerk Fehler. Detailliert hinterfragte er die unterschiedlichen Angaben zu Massen bei Neubau und Sanierung. Auch für die unterschiedlich angegebenen Kostenschätzungen pro Quadratmeter suchte er eine Erklärung. Im Ausschuss konnten seine Fragen nicht geklärt werden.

Viele Fragen sind noch offen

Ausschussmitglied Hans-Peter Schmidt hatte weitere Fragen: Warum keine Aufstockung des Bestandes um ein weiteres Stockwerk? Schmidt hatte die Grundschule unlängst besichtigt und dabei augenscheinlich eine nach seinen Worten „gute und wertvolle Substanz sowie tolle Flächen“ festgestellt. Weiter fragte Schmidt, ob es notwendig sei, den Bau bei einer Sanierung komplett zu entkernen und in den Rohbauzustand zurückzuversetzen.

Der Einschätzung der bestehenden Schule hinsichtlich ihrer wertvollen Substanz widersprach Hans Seul derart, dass man schon beim verwendeten PVC-Boden durchaus auf die Verwendung von Schadstoffen stoßen könne. „Wir wissen alle, was in den 70er Jahren verbaut worden ist“, so Seul, der schon aufgrund einer möglichen Asbestbelastung des seinerzeit verwendeten Klebers für die Bodenbeläge die komplette Entkernung im Falle einer Grundsanierung empfahl.

Wegen der vielen offenen Fragen sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass es zu weiteren Beratungen und Betrachtungen der Planungen innerhalb der Verwaltung kommen müsse. Sobald Ergebnisse vorliegen, soll es erneute Beratungen in den Gremien geben.