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Kritik an Bad Breisigs Stadtbürgermeister: Fraktionsvertreter: Heuser hat Rücktritt angeboten

Kritik an Bad Breisigs Stadtbürgermeister : Fraktionsvertreter: Heuser hat Rücktritt angeboten

Bad Breisigs Stadtbürgermeister Udo Heuser will sein Ehrenamt weiter ausüben. Fraktionensvertreter betonen in einem Schreiben jedoch, Heuser habe den Rücktritt angeboten. Sie fordern ihn auf, dies öffentlich zu machen.

Bad Breisigs ehrenamtlicher Stadtbürgermeister Udo Heuser will sein Amt weiter ausüben. „Ich trete nicht zurück“, äußerte sich Heuser auf Nachfrage des General-Anzeigers am Freitag. Weiter äußerte sich Heuser trotz der Bitte um ausführlichere Stellungnahme zu den widersprüchlichen Nachrichten zu seiner politischen Zukunft nicht. Einen etwaigen Rücktritt hatte seine Tochter bereits am Donnerstag auf der Internetplattform Facebook dementiert.

Einem aktuellen Schreiben der Fraktionen im Stadtrat zufolge bot Heuser seinen Rücktritt allerdings bei einem gemeinsamen Gespräch nach der letzten Sitzung des Gremiums an. Verfasser des Schreibens sind: Beate Deres (Beigeordnete und CDU-Fraktionssprecherin), Barbara Krebs-Haupt (Beigeordnete, FWG), Michael Jungk (Beigeordneter, SPD), Robert Hoß (FWG-Fraktionssprecher) und Dirk Herminghaus (FDP-Fraktionssprecher).

Heuser habe vorgeschlagen, heißt es in dem Schreiben von Freitagabend, sein Amt zugunsten einer „Personalunion“ niederzulegen, weil das Amt eines ehrenamtlichen Stadtbürgermeisters bei einer Stadtgröße von Bad Breisig schwer möglich sei.

Die Idee der Personalunion bezieht sich wohl darauf, dass der hauptamtliche Verbandsgemeinde-Bürgermeister Marcel Caspers dann auch das Ruder als Stadtbürgermeister übernehmen würde. Caspers selbst wollte die Causa Heuser am Freitag nicht kommentieren. Das Schreiben der Fraktionsvertreter lag zum Zeitpunkt der Anfrage des General-Anzeigers allerdings noch nicht vor.

In einem weiteren Gespräch habe Heuser den Rücktritt zum 30. Juni angeboten, damit die Neuwahl des Bürgermeisters zusammen mit der Bundestagswahl im September stattfinden könnte. Unmittelbar nach Ostern sollten, so das Schreiben weiter, entsprechende Pressemitteilungen erscheinen und vorab auf persönliche Interviews verzichtet werden.

„Für uns ist eine weitere Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt Bad Breisig nach einem wiederholten Vertrauensbruch durch Heuser nicht vorstellbar“, schreiben die Verfasser. Sie fordern Heuser auf, „sein Wort zu halten und seinen Rücktritt öffentlich zu machen“.

Es seien jetzt fast zwei Jahre der Amtszeit verstrichen, in denen es immer wieder zu Versäumnissen und nicht abgestimmten Entscheidungen von Seiten des Stadtbürgermeisters gekommen sei. Es habe in der Vergangenheit immer wieder interne Gespräche mit Heuser, den Beigeordneten und den Fraktionsvorsitzenden gegeben, in denen Fehler seitens des Stadtbürgermeisters korrigiert wurden.

Die Aufforderungen zu einer besseren Zusammenarbeit seien nicht angenommen worden. „Aber alle Treffen und gutes Zureden haben nichts gebracht und irgendwann läuft das Fass über“, bilanzieren die Verfasser. Die Bürger hätten „dann auch ein Recht darauf zu erfahren, was in der Stadtführung los ist“. In einem Artikel habe man lesen können, dass er seine Wahlversprechen nicht halten könne, da er ja überhaupt nichts versprochen habe. „Das ist doch ein absolutes Armutszeugnis“, so die Verfasser des Schreibens.

Niemand mache Heuser das Leben schwer oder sei neidisch auf ihn. Auch schiebe niemand die Verantwortung auf ihn ab. Von den Fraktionen seien „die Dinge immer wieder zurück aufs Gleis gesetzt“ worden.

Das Stadtbürgermeisteramt sei keine „One-Man-Show“ mit Presseauftritten und Fototerminen, sondern ein verantwortungsvoller Auftrag, der zum Wohle der Stadt ausgeführt werden sollte, machen die Verfasser deutlich.