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Freibäder im Kreis Ahrweiler: So ergeht es ihnen in der Corona-Krise

Abstand und Besucher-Limits : So ergeht es Freibädern im Ahrkreis in der Corona-Krise

In den Freibädern des Kreises Ahrweiler gelten wie überall Abstandsregeln und Besucher-Limits. Es sehe ein bisschen aus wie auf einem Verkehrsübungsplatz, so der Leiter des Freizeitbads Remagen.

Pfeile auf dem Boden, Flatterbänder auf der Liegewiese und Schilder gehören aktuell zum Bild in den Freibädern des Kreises Ahrweiler. Aber geschwommen wird auch, meist in eine Richtung pro Bahn oder zuweilen auch im Kreis, um die Abstandsregeln einzuhalten. Gleichwohl wirken die Besucher, die trotz der Corona-Auflagen den Weg in die Bäder gefunden haben, entspannt. Allerdings sind es deutlich weniger Schwimmgäste als früher: Weil die Besucherzahl laut Landesverordnung je nach Badgröße begrenzt ist und auch, weil das Wetter noch nicht so ganz mitspielt.

„Es sieht ein bisschen aus wie auf einem Verkehrsübungsplatz“, sagt Badleiter Michael Dillenberger vom Freizeitbad Remagen angesichts von Hinweisgebern und Richtungsweisern augenzwinkernd. Üben muss auch andernorts mancher Besucher erstmal das Baden unter Pandemie-Bedingungen. Aber die Bäder-Teams helfen beim Prozedere mit Maskenpflicht am Eingang, Desinfektion und Registrierung zwecks Kontaktnachverfolgung, „und die Gäste helfen sich auch gegenseitig.“

Im Freizeitbad Remagen dürfen sich derzeit maximal 440 Besucher gleichzeitig aufhalten. Die Wahl haben sie zwischen der Vormittagsschicht von 8 bis 13 Uhr und der Nachmittagsschicht von 14 bis 19 Uhr. Da habe es bisher keine Probleme mit dem Wechsel oder Einlass gegeben. Stärkster Tag seit der Öffnung ist Freitag, 26. Juni, mit insgesamt 606 Gästen gewesen. „An einem normalen Sommertag sind es mehr als 1000 am Tag. Im Juni 2019 bewegten sich die Zahlen zwischen 148 und 2928 Besuchern“, sagt Dillenberger. Trotzdem seien alle dankbar, dass die Stadt Remagen sich für die Öffnung des Bads entschieden habe. Sie schätzen auch die Unterstützung wie etwa durch das DRK Remagen an Wochenenden und jeden sonstigen ehrenamtlichen Helfers.

Wegen der Schließung des gesamten Innenbereichs mit Garderoben und Wärmehalle wird sich in den Einzelkabinen draußen umgezogen, und dort ist auch das – kalte – Duschen möglich. Auf der Liegewiese lässt man sich in einem der nun abgetrennten Bereiche nieder, je nachdem, ob man das Schwimmer- oder das Nichtschwimmerbecken anvisiert. Auch Familien haben einen eigenen Bereich, und für sie ist auch in den Becken nicht alles mit Leinen getrennt, sondern offen. Man setzt da auch auf die Disziplin und das Eigeninteresse des Einzelnen. Dillenberger: „Wir sind ja nicht am Tag eins von Corona, und eine Familie mit drei Kindern schwimmt nicht die ganze Zeit im Kreis rum.“ Bei gutem Wetter hat in Remagen auch die Gastronomie auf. Verzehrt werden die Speisen ausschließlich auf der Liegewiese.

Im Bad Neuenahrer Twin, in das maximal 100 Besucher dürfen, wird mit einer Reservierungsliste gearbeitet. Aus dieser geht hervor, wie viele Personen aktuell im Bad sind. Ist die Höchstzahl erreicht, wird ein Schild vor den Wartebereich gestellt mit dem Hinweis, dass kein weiterer Einlass möglich ist und eine Reservierung vorgenommen werden soll. „Rund 75 Prozent der Besucher kommen mit Reservierung“, heißt es aus dem Rathaus. Nicht mehr als 30 Gäste dürfen sich gleichzeitig im Nichtschwimmer- und maximal 20 im Schwimmerbecken befinden. Das wird durch die Beckenaufsicht gesteuert.

Eine Aufsicht am Beckenrand regelt den Schwimmbetrieb im Twin. Foto: Martin Gausmann

Im Rathaus zuständig für das Twin ist Gregor Terporten. Auf die Frage, ob sich der Aufwand insgesamt lohnt, sagt er: „Finanziell nicht, aber der Sinn des Twin besteht in der Daseinsfürsorge. Es ist gerade jetzt wichtig, dass die Bürger wieder eine Chance haben, sich sportlich zu betätigen und auch die Möglichkeit erhalten, sich mit der Familie im Schwimmbad zu entspannen.“ Ebenso werde den Vereinen wieder ein eingeschränkter Trainingsbetrieb ermöglicht. Auch für Verpflegung sei gesorgt. „Der Freibad-Kiosk ist nach den derzeit gültigen Auflagen geöffnet“, sagt Terporten.

Und wie sieht es mit Einbußen beim Umsatz aus? „Aufgrund der weiteren Schließung des Hallenbades bis voraussichtlich Ende August/Anfang September werden auch die Betriebs- und Unterhaltungskosten geringer sein. Zudem verzichten wir in diesem Jahr auf die Einstellung von zusätzlichen Saisonkräften. Dies könnte dazu führen, dass die zu erwartenden Mindereinnahmen im optimalen Fall durch diese Einsparungen noch gedeckt werden“, sagt Terporten.