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Verkehr in Sinzig: Gegen das Verkehrschaos am Sinziger Schulzentrum Verkehrssicherheit in Sinzig

Verkehr in Sinzig : Gegen das Verkehrschaos am Sinziger Schulzentrum Verkehrssicherheit in Sinzig

Planer aus Wuppertal schlagen eine Neuregelung der Verkehrsströme rund ums Sinziger Schulzentrum vor. Dort hätten sich üble „Problemhäufungsstellen“ und Unfallschwerpunkte entwickelt.

Wenn es nach Jens Leven vom Wuppertaler Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation (BüfFEE) geht, wird der Verkehr rund um das Sinziger Schulzentrum in den nächsten Jahren gründlich neu geordnet. Hauptziel des von seinem Büro entwickelten Konzepts, dass er am Donnerstag dem städtischen Bauausschuss präsentierte, ist, den chaotischen Zuständen einen Riegel vorzuschieben, die, insbesondere bei schlechtem Wetter, auf dem Dreifaltigkeitsweg herrschen.

Seine Änderungsvorschläge hat Levens dabei nicht aus dem hohlen Bauch heraus gemacht, sondern auf der Basis gründlicher Erhebungen und Analysen des Mobilitätsverhaltens der Verkehrsteilnehmer. Und das zunächst für jede Schule und jeden Kindergarten einzeln.

Dabei ergab sich beispielsweise, dass jedes dritte Grundschulkind und jedes fünfte Kind, das eine der beiden weiterführenden Schulen besucht, von seinen Eltern per Pkw zur Schule gefahren wird. Weiteres Ergebnis: Die Hälfte der Kinder, die die Kitas „Spatzennest“ und „Storchennest“ besuchen, werden mit dem Auto dorthin gebracht. Auch ein Viertel der Rhein-Gymnasiasten wird mit dem Pkw gebracht oder fährt mit dem eigenen Pkw ins Schulzentrum. Im Sommer kommen etwa 30 Prozent der RheGy-Schüler mit dem Fahrrad.

Anschließend wurden die Ergebnisse der einzelnen Schulen und Kitas „übereinander gelegt“, wie Leven es formulierte. Dabei hätten sich 52 „Problemhäufungsstellen“ ergeben.

Dazu zählt etwa die Überquerung der Kölner Straße in Höhe des Grünen Weges. Das Verkehrsaufkommen sei an dieser Stelle besonders hoch und die Autos würden dort besonders schnell fahren.

Hinzu komme, dass die „Buckelbrücke“ über die Ahr die Sicht behindere. Die Probleme dort könnten am elegantesten wohl dadurch gelöst werden, dass für Fußgänger und Radfahrer eine Unterquerung der Ahrbrücke geschaffen wird.

Unfallschwerpunkt auf dem Schulweg

Die Überquerung Kölner Straße in Höhe der Einmündung von Dreifaltigkeitsweg und Hohenstaufenstraße habe sich ebenfalls zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt. Levens Empfehlung: Die Probleme an dieser Stelle könnten dadurch beseitigt oder zumindest deutlich verringert werden, dass Schulbusse nicht mehr über den Dreifaltigkeitsweg ins Schulzentrum fahren, sondern in die Jahnstraße geleitet werden. Außerdem müssten Ampelanlage und Fahrbahnmarkierungen so ergänzt werden, dass Fußgänger die Kölner Straße auch auf der Südseite der Ampel überqueren können.

Im Interesse von Kindern, Sehbehinderten und Senioren schlug Leven außerdem eine Ergänzung des Verkehrskreisels am Kreuz vor: Sämtliche Ein- und Ausfahrten sollten mit barrierefreien Fußgängerüberwegen und entsprechenden Markierungen versehen und bei Beschilderung und Beleuchtung müsse nachgebessert werden.

Der wohl wichtigste Punkt, den Leven und seine Kollegen aus den zugrundeliegenden Zahlen abgeleitet haben: „Das Elterntaxi-Problem muss gelöst werden“, wie Leven es formulierte – und zwar so, dass diese Taxis abgefangen werden, bevor sie über den Dreifaltigkeitsweg ins Schulzentrum fahren. Zu diesem Zweck sollen drei Hol- und Bringzonen (HuB) eingerichtet werden, an denen die Eltern mit ihren Pkw einen Zwischenstopp einlegen, damit ihre Kinder aus- oder einsteigen können.

Eine derartige Zone könne nördlich des Schulzentrums entlang des Grünen Wegs eingerichtet werden, sodass die Schüler die letzten Meter zu Fuß über die Fußgängerbrücke an den Sportplätzen ins Schulzentrum gelangen. Eine weitere Zone böte sich unter der B-9-Brücke östlich des Schulzentrums an, sodass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene die letzten Meter ihres Schulwegs zu Fuß über den Dreifaltigkeitsweg zurücklegen können. Die dritte und bedeutendste HuB-Zone soll nach Levens Vorschlag südlich des Schulzentrums auf einem Teil der Jahnwiese eingerichtet werden.

Zur nächsten Sitzung im August will die Sinziger Stadtverwaltung den Beiratsmitgliedern eine Beschlussempfehlung zukommen lassen, die sich um die Umsetzung der Pläne aus Wuppertal dreht. Ende August könne dann der Stadtrat abschließend über das Vorhaben entscheiden.