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Grafschafter Forstwirtschaftsplan: Gemeindewald macht ein Minus von über 20 000 Euro

Grafschafter Forstwirtschaftsplan : Gemeindewald macht ein Minus von über 20 000 Euro

Der Grafschafter Gemeindewald ist defizitär. Beim Umweltausschuss hat der Forstwirtschaftsplan dennoch Zustimmung gefunden, unter anderem weil man die bereits angelaufene pädagogische Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas, zum Beispiel durch Exkursionen, intensivieren will.

Der 13 Hektar große Grafschafter Gemeindewald wird im kommenden Jahr kein Geld in die Kassen der Gemeinde spülen. Im Gegenteil, der von Förster Guido Ebach im Umweltausschuss vorgelegte Forstwirtschaftsplan 2022 geht bei Erträgen von 26 400 Euro und einem Aufwand von 48 040 Euro unterm Strich von einem Defizit von 21 640 Euro aus. Demnach trage der Holzeinschlag im kommenden Forstwirtschaftsjahr der Entwicklung der letzten Trockenjahre Rechnung. Die Fichte konnte sich zwar trotz des günstigen Witterungsverlaufs im laufenden Jahr stabilisieren, jedoch sind die Ausfälle der Vergangenheit so eklatant, dass von Erntemaßnahmen in den verbliebenen Fichten-Beständen mittelfristig abzusehen sei. „Schwerpunkt der Eingriffe werden jüngere Laub- und Nadelholzkomplexe sowie stärkeres Buchen- und Eichenholz, letzteres zur Fassholzherstellung, sein. Ein seit Jahren bekannter Küfer hat wiederum Interesse an einer Belieferung im Winter 21/22 gezeigt“, so Ebach.

Wiederbewaldung mit klimastabilen Baumarten in den nächsten Jahren im Fokus

Er sieht die Ziele der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes in der Stabilisierung der jungen und mittelalten Waldgebiete sowie der Förderung der Naturverjüngung in den Erntebeständen im Wege der Durchforstung. Dabei stelle die Wiederbewaldung den Arbeitsschwerpunkt der Aufgaben für die kommenden Jahre dar. Diese erfolge mit klimastabilen Baumarten. Die Zeiten, in denen Flächen nur mit einer Baumart belegt sind, seien vorbei.

Ausdrücklich begrüßt wurde vom Förster die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten. Diese wurde im nun ablaufenden Jahr durch zahlreiche Waldexkursionen intensiviert. Getragen durch positive Rückmeldungen, beispielsweise nach der Waldwoche der Grundschule Gelsdorf, wird das Angebot an Kindergärten und Grundschulen der Grafschaft im kommenden Jahr, auch inhaltlich, stetig erweitert werden. Neben der klassischen erlebnisorientierten Waldexkursion soll dabei auch durch die Nutzung moderner Medien der Zugang zu Wald- und Umweltthemen gefördert werden.

Im Grafschafter Umweltausschuss fand der vorgelegte Fortwirtschaftsplan einhellige Zustimmung. Leo Mattuscheck (CDU) begrüßte die rege Nachfrage nach Fassholz, Mathias Heeb (Grüne) machte derweil klar, dass der Wald auch künftig ein Minusgeschäft sein werde. Dass es nur bei den Zahlen ein Minus sei, der Wald ansonsten aber äußerst positiv anzusehen sei, machte Reinhold Hermann (FWG) deutlich.