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Brohltal: Generationenbüro will mit Projekt Schuldnerberatung an den Start gehen

Brohltal : Generationenbüro will mit Projekt Schuldnerberatung an den Start gehen

"Hilfe zur Selbsthilfe", das ist der Grundgedanke eines Generationenbüros, das im April im Brohltal als Pilotprojekt an den Start gehen soll. Initiator ist der Präventologe Willi Löhr aus Oberzissen.

"Wobei die Ehrenamtlichkeit im Vordergrund steht", wie der 59-Jährige gestern im Gespräch mit dem General-Anzeiger unterstrich. Löhr rechnet mit einer Aufbauzeit von etwas zwei Jahren. Und hat schon freiwillige Helfer gefunden.

Gestartet wird mit dem für die Ratsuchenden kostenlosen Projekt "Schuldnerberatung für Jugendliche." "Da gibt es in den 17 Dörfern des Brohltals mehr Fälle als die meisten vermuten", sagt der examinierte Krankenpfleger. Und da greife auch der Präventionsgedanke. Denn Schulden könnten auch bei Jugendlichen durchaus zu Sucht- oder Alkoholproblemen führen.

Löhr: "Wenn wir da helfen können, dann ist das zumindest teilweise auch ein Kampf gegen das Komasaufen." Zunächst gehe es jedoch darum, dem neuen Büro Akzeptanz zu verschaffen. Für dessen Finanzierung setzt Löhr auf die Förderung durch EU-Projekte.

Auch bei mehreren Stiftungen durchläuft Löhrs Konzept derzeit die Prüfverfahren. "Vom Land wird es derzeit allerdings außer guten Wünsche und der Ermunterung, weiter zu machen, nichts geben", sagt der Oberzissener, der sich auch in die Lokale Aktionsgruppe zur Förderung des ländlichen Raums eingebunden hat.

Ziemlich theoretisch. Löhr, dessen Konzept im Niederzissener Rathaus positiv aufgenommen wird, nennt jedoch praktische Beispiele, bei denen das Generationenbüro Hilfestellung anbieten will. "Das reicht von der Beratung beim Erstellen einer Patientenverfügung bis hin zur Lösung von Problemen mit Energieversorgern", sagt Löhr.

Und: "Gesundheitliches und soziales Wohlergehen braucht ein Mehr an Informationen für den einzelnen Menschen." Daher bilde das Generationenbüro auch eine Art Informationsbörse für Jugendliche, Familien und Senioren. Störungen in der Lebensbiografie wie Altersarmut, Lebenskrisen oder Umbrüche benötigen laut Löhr mehr soziale Beratung.

Diese solle für die 17 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Brohltal in dem zugründenden Büro gebündelt werden. Wichtig sei aber auch der Kontakt mit anderen Senioreneinrichtungen, die Zusammenarbeit mit Beratungsstellen des Bundes und des Landes sowie die Vernetzung aller Glieder in den gesundheitlichen und sozialen Präventionsketten.

Eine Auftaktveranstaltung zum Thema Generationenbüro und Präventionsketten gibt es am Dienstag, 25. Februar, ab 18 Uhr im Wappensaal des Brohltal-Rathauses.