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Problem für die Abfüllung: Getränke-Produzenten im Kreis Ahrweiler fehlt das Leergut

Problem für die Abfüllung : Getränke-Produzenten im Kreis Ahrweiler fehlt das Leergut

Für die Getränke-Produzenten im Kreis Ahrweiler ist es ein ernstes Problem, dass viele Kunden zurzeit ihr Leergut nicht zurückbringen. Die Abfüllung könnte in Gefahr geraten.

Wegen der Corona-Pandemie verbringen die Menschen viel Zeit daheim. Das Haus verlässt oftmals nur, wer das Nötigste erledigen muss. Dazu gehört etwa der Gang in den Supermarkt. Beim Kauf von Getränken scheinen jedoch viele Menschen zu vergessen, alte Flaschen zurückzubringen.

Für die Getränke-Produzenten in der Region ist das ein ernstes Problem. „Im Leergutbereich ist die Lage derzeit sehr angespannt, besonders was Glasflaschen betrifft“, erzählt Christopher Menzel, Sprecher von Sinzinger Mineralbrunnen. Grund sei die sehr hohe Nachfrage in den vergangenen Wochen.

„Die war teilweise so hoch wie wir es normalerweise nur in den warmen Sommermonaten erleben“, berichtet er. Falls man aufgrund von „unnötigen Hamsterkäufen“ zu wenig Leergut wiederbekomme, könne es passieren, dass bestimmte Produkte für eine gewisse Zeit nicht mehr abgefüllt werden können. „Das wäre natürlich der ‚Worst Case’“, macht Menzel deutlich. Derzeit sei das noch nicht der Fall.

Auf der eigenen Internetseite würden die Verbraucher dazu aufgerufen, das Leergut beim nächsten Einkauf direkt zurückzugeben und so die leeren Flaschen möglichst schnell wieder in den Leergut-Kreislauf zurückzuführen. Auch die Handelspartner, also Supermärkte und Co., versuchten derzeit, Leergut so schnell wie möglich wieder zurückzubringen. Manche gingen sogar soweit, dass sie für jeden Kasten Leergut 50 Cent Extra-Pfand aus eigener Tasche an die Kunden auszahlten.

Julian Weiske, Betriebsleiter von Coca-Cola in Bad Neuenahr-Ahrweiler, spricht von einer Herausforderung, die die aktuelle Situation für die Unternehmen aus der Branche darstelle. „Trotz Corona gelingt es uns und unserer Branche weiterhin gut, Menschen mit Getränken zu versorgen“, so Weiske. Allerdings, sagt er auch, bitte Coca Cola nun um Mithilfe, damit Betriebe wie das für das Apollinaris-Mineralwasser bekannte Werk in Bad Neuenahr-Ahrweiler weiterhin Getränke in Mehrwegflaschen abfüllen können. Grundsätzlich, so teilt das Unternehmen mit, habe Coca-Cola sehr viel Erfahrung darin, in Zeiten großer Nachfrage den Mehrwegkreislauf zu erhalten. So bereite man sich beispielsweise vor jedem Sommer auf eine höhere Nachfrage vor und investiere in den Mehrwegflaschenpool, damit keine Engpässe entstehen. 

Wenn jedoch wie derzeit in der Corona-Krise zu viele Mehrwegkisten und Mehrwegflaschen zu lange in Vorratskammern und Kellern verschwinden, störe das den Kreislauf. Auch Coca Cola ruft im Internet dazu auf, Mehrwegflaschen beim nächsten Einkauf zurückzubringen. Das Gleiche gilt für die Firma Rhodius Mineralquellen und Getränke aus Burgbrohl. „Auch wir haben unsere Kunden beispielsweise bereits über unsere Social-Media-Kanäle dazu aufgerufen, kein Voll- und Leergut zu horten, sondern es zeitnah zurückzubringen“, so Sprecherin Lisa Echtemendy. Wichtig sei, festzuhalten, dass es seitens der Abfüllung und des Handels zu keinen Engpässen komme. Für Nachschub sei gesorgt – aber eben nur, solange das Leergut zurückgeht.