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Soforthilfe im Kreis Ahrweiler: Gewerkschaft fordert Hilfe für Gastro-Beschäftigte

Soforthilfe im Kreis Ahrweiler : Gewerkschaft fordert Hilfe für Gastro-Beschäftigte

Hilfe für Gastro-Beschäftigte im Kreis Ahrweiler fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Köche, Kellner und Hotelangestellte sollten 1000 Euro Soforthilfe bekommen.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert einen Schutzschirm für die Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe im Kreis Ahrweiler. Der Lockdown für die Branche treffe nicht nur die rund 340 Unternehmen mit voller Wucht, sondern bringe auch die 3300 Arbeitnehmer in existenzielle Nöte. Die Gewerkschaft hält eine Soforthilfe von 1000 Euro pro Arbeitnehmer für angebracht.

„Köche, Kellner und Hotelangestellte haben seit dem Frühjahr mit massiven finanziellen Einbußen durch die Kurzarbeit zu kämpfen. Wegen der meist niedrigen Löhne im Gastgewerbe und des fehlenden Trinkgeldes sind nun auch die letzten Reserven aufgebraucht“, erklärte NGG-Geschäftsführer Volker Daiss. Das Geld reiche kaum mehr für die Miete – von Weihnachtsgeschenken ganz zu schweigen.

Fachkräfte werden nach der Pandemie dringend gebraucht

 Die NGG fordere daher die Bundesregierung auf, den Beschäftigten im Gastgewerbe eine Corona-Sofort-Nothilfe in Höhe von 1000 Euro zu zahlen. „Die Politik greift den Firmen mit enormen Summen unter die Arme, um eine Pleitewelle zu verhindern. Jetzt darf sie die Beschäftigten nicht im Regen stehen lassen“, meinte Daiss. Nach Einschätzung der NGG würden sich die Kosten für eine Beschäftigten-Nothilfe im Dezember auf rund 600 Millionen Euro belaufen. Die Unternehmenshilfen im Gastgewerbe kosten den Staat laut Bundesregierung allein in diesem Monat 17 Milliarden Euro. 

Zudem müsse die Auszahlung der Unternehmenshilfen an den Erhalt von Arbeitsplätzen geknüpft werden. „Es darf nicht sein, dass sich Wirte und Hoteliers jetzt 75 Prozent des Vorjahresumsatzes erstatten lassen und wenig später ihre Mitarbeiter vor die Tür setzen“, sagte der Gewerkschaftssprecher. Zwar befänden sich die Unternehmen in einer historisch einmaligen Krise. Diese müsse aber gemeinsam mit den Beschäftigten ausgestanden werden – nicht zuletzt, um Fachkräfte zu halten, die nach der Pandemie dringend gebraucht würden.

Die Gewerkschaft bat auch um Prüfung, ob ein „Mindest-Kurzarbeitergeld“ eingeführt werden könne, um die Einkommenseinbußen im Niedriglohnsektor gering zu halten. Nach den Vorstellungen der NGG müsse ein „Mindest-KuG“ bei 1200 Euro im Monat liegen. Damit beruft sich die Gewerkschaft auf entsprechende Berechnungen der Hans-Böckler-Stiftung. Es gelte, Verwerfungen am unteren Ende der Einkommensskala zu verhindern.

Daiss forderte einen „raschen Fahrplan von der Politik“. Bis eine Covid-19-Impfung für die gesamte Bevölkerung bereitstehe, könnten noch Monate vergehen – eine Zeit, die Unternehmen und Beschäftigte im heimischen Gastgewerbe ohne weitere Hilfen nicht hätten.