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Höhere Zuschüsse für Vereine: Grafschaft fördert künstlerische Initiativen

Höhere Zuschüsse für Vereine : Grafschaft fördert künstlerische Initiativen

Die Gemeinde stockt die Förderung auf 40 000 Euro auf. stocken. Die Richtlinien sollen geändert werden. Außerdem gibt es für mehr Veranstaltungen Geld – aber nur bis zum Jahresende.

Die Kulturförderrichtlinien der Gemeinde Grafschaft werden in schöner Regelmäßigkeit neu diskutiert. Aktueller Anlass ist die Corona-Pandemie. Diese soll nach dem Willen der Verwaltung zur Erweiterung der Richtlinien um einen Passus führen. Bei den jüngsten Beratungen zum Grafschafter Nachtragshaushalt waren zu dem Thema Forderungen und Eingaben von mehreren Fraktionen sowie vom Grafschafter Verein Kulturlant aufgekommen.

Der Rat hatte seinerzeit Gelder in den Nachtragshaushalt eingebracht, nun müssen die Gremien die entsprechenden Voraussetzungen schaffen. Bürgermeister Achim Juchem ging bei der Vorstellung der erweiterten Richtlinien auf künftige fördernswerte Veranstaltungen ein. Er sieht es unter den derzeitigen Corona-Bekämpfungsrichtlinien für alle Veranstalter als schwer möglich an, in den Bürgerhäusern der Gemeinde Veranstaltungen mit auch nur annähernd ausreichend Publikum anzubieten, um diese wirtschaftlich zumindest ausgeglichen gestalten zu können. Der Ausweichnutzung der Sporthalle in Ringen schob der Bürgermeister ebenfalls einen Riegel vor, da diese durch Schul- und Vereinssport ausgelastet sei. Darum schlug Juchem den Fraktionen vor, intern über eine mögliche Lösung in Form eines großen Zelts für Kulturveranstaltungen zu beraten.

Corona-Passus in den Förderichtlinien

Der Sozialausschuss schlug Hauptausschuss und Gemeinderat zunächst die Erweiterung der bestehenden Förderrichtlinien um einen „Corona-Passus“ vor. Hierfür hatte der Rat die Fördergelder um 15 000 Euro auf 40 000 Euro erhöht. Sobald die coronabedingten Beschränkungen entfallen, berät der Gemeinderat über eine Aufhebung oder Anpassung des neuerlichen Abschnittes.

Der sieht unter anderem vor, dass künstlerische Initiativen in den Grafschafter Ortsbezirken während der Corona-Pandemie besonders gefördert werden sollen Gemeint sind Gestaltungsarbeiten an den Dorfgemeinschaftshäusern und –einrichtungen nach dem aktuellen Beispiel des Wandgemäldes am Bürgerhaus in Birresdorf. Projekte mit digitalem Hintergrund, wie gestreamte Aktivitäten von Künstlern, Musik oder Vorlesungen mit heimischen Künstlern und Akteuren seien zu entwickeln.

Projekte mit Kindern sind besonders förderwürdig

Besonders förderwürdig sind demnach Projekte unter Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen. Dass solche Umsetzungsvorschläge vor der Entscheidung im Sozialausschuss im jeweiligen Ortsbeirat zu beraten und mit einer Empfehlung zu versehen sein sollen, gefiel den Fraktionen nicht. „Das dauert dann einfach zu lange“, so Henrik Eissing (FDP).

Weiterhin sollen bis zu einer jährlichen Höchstgrenze von 2000 Euro coronabedingte Mehraufwendungen von Vereinen ausgeglichen werden. Die bestehende Beschränkung von Förderungen für maximal vier förderfähige Veranstaltungen soll ausgesetzt werden. Künftig können auf Antrag alle Veranstaltungen in den förderfähigen Bereichen, die nach dem 1. März 2020 stattfanden, gefördert werden. Diesen Passus möchte die CDU zunächst bis Jahresende begrenzen. „Wir möchten so verhindern, dass bei den Vereinen eine Erwartungshaltung entsteht“, begründete Stefan Dünker (CDU) die zeitliche Befristung.