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Ahrtalschule in der Grafschaft: Klassen werden in Containern unterrichtet

Klassen in Containern auf der Grafschaft : Ein Schritt zur Normalität für die Ahrtalschule

Eine Containerschule auf der Grafschaft haben am Donnerstag 200 Jungen und Mädchen aus der Altenburger Ahrtalschule bezogen. Dazu kommen noch die 70 Kinder der Grundschule Altenahr. Am Übergangsstandort sollen sie nach der Flut der Normalität näher kommen.

„Seit 15. Juli improvisieren wir ohne ein gemeinsames Schulgebäude und ohne gewohnte Abläufe“, stellte Schulleiterin Marion Schnitzler die schwierige Situation der Ahrtalschule dar. Die Realschule plus hat eigentlich ihren Sitz in Altenburg, wurde aber von der Flut Mitte Juli schwer beschädigt und ist auf absehbare Zeit nicht mehr nutzbar. Jetzt haben die 200 Schüler, die vorübergehend in der Hocheifelschule Adenau untergekommen waren in einer neu errichteten Containerschule in Gelsdorf einen Übergangsstandort bezogen. Gemeinsam mit den 70 Schülern der Grundschule Altenahr, die in den Grundschulen in Berg und Gelsdorf untergeschlüpft waren.

Am Donnerstagnachmittag war die offizielle Einweihung des Übergangs-Standorts auf der Grafschaft. 88 Container wurden in nur zehn Wochen Bauzeit errichtet, staunte der Erste Beigeordnete der Gemeinde, Michael Schneider (CDU), bei der Einweihungsfeier. Alles in allem stünden hier 1640 Quadratmeter Grundfläche für die elf Klassen der Ahrtalschule und die fünf Klassen der Grundschule Altenahr zu Verfügung. Zuvor habe die Gemeinde 6000 Quadratmeter Fläche terrassiert und vorbereitet und außerdem noch einen 140 Meter langen Weg vom Einkaufszentrum zum Schulstandort angelegt, auf dem die Schulbusse die Schule anfahren können.

„Wir sind schon ein bisschen stolz darauf, dass wir bereits am dritten Tag nach der Flutkatastrophe die ersten Hilfsmaßnahmen beschlossen haben“, sagte Schneimit Blick darauf, dass mittlerweile sieben Kindergärten, drei Grundschulen und eine Realschule plus auf der Grafschaft provisorisch untergebracht seien.  „Einfach mal machen“, beschrieb er die Herangehensweise und zeigte sich „stolz, dass die Grafschaft ihre schützenden Flügel über das Ahrtal breiten kann.“

Schrittweise Rückkehr zum gemeinsamen Schulleben

Die Leiterin der Ahrtalschule, Marion Schnitzler, berichtete, die Schulgemeinschaft müsse sich nach der Flut ständig neu erfinden und neu organisieren, im Minutentakt ungewohnte Entscheidungen treffen und teilweise ganz neu denken. Der Umzug nach Gelsdorf stelle auch eine schrittweise Rückkehr zu einem gemeinsamen Schulleben dar und zugleich den Startschuss für eine gute Zusammenarbeit aller Gremien unter dem Motto „We Ahr Family“. Man werde auch künftig versuchen, die Schüler zum selbständigen, begleiteten Lernen in einem familiären Umfeld zu führen. Dazu gehöre es auch, dass die Eltern den Schulentwicklungsprozess positiv begleiten sollen.

Georg Knieps, der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Altenahr, zu der Altenburg gehört, stellte fest, es stelle eine große Herausforderung für alle Verantwortlichen dar, dass alle Schulen der Verbandsgemeinde besonders stark von den Zerstörungen betroffen sind. Umso besser, dass man nun eine dauerhafte Übergangslösung gefunden habe. „Mit der Containerschule in Gelsdorf kommen wir der Normalität ein Stück näher“, freute auch er sich, wusste aber zugleich: „Es gibt noch viel zu tun – lassen Sie uns den Wiederaufbau mit Mut angehen.“