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Corona-Impfzentrum ab 15. Dezember in Gelsdorf

Am 15. Dezember einsatzbereit : Corona-Impfzentrum entsteht in Grafschaft-Gelsdorf

Am Ortsrand von Grafschaft-Gelsdorf entsteht zurzeit unter Hochdruck eines von 36 rheinland-pfälzischen Corona-Impfzentren. Die Einrichtung in und an der Mehrzweckhalle des Ortes soll bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. Man will dort in zwei Impfstraßen und im Ein-Schicht-Betrieb die Corona-Impfungen verabreichen.

Bagger und Planierraupen arbeiten, Container werden angeliefert, Schutzzäune errichtet. Am Ortsrand von Gelsdorf entsteht zurzeit eines von 36 rheinland-pfälzischen Corona-Impfzentren. Basis ist die Mehrzweckhalle des Grafschafter Ortes. Nach der Sporthalle im Ringener Kreuzerfeld ist das Gebäude in Gelsdorf die nächstgrößere Halle der Gemeinde.

Dort wurde bereits während der ersten Welle der Pandemie Mitte April eine Corona-Ambulanz in Windeseile aus dem Boden gestampft. Damals war in weniger als zwei Wochen der rund 260 Quadratmeter große, barrierefrei erreichbare Saal mit seinen Nebenräumen zu einer Art großer Praxis umgebaut worden. Patienten aus dem ganzen Kreis Ahrweiler können über ihren Hausarzt dort seitdem einen Termin erhalten.

Dass es damals wie heute schnell und auch recht unbürokratisch ging, geht vor allem auf das Konto des Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem, der als ehemaliger stellvertretender Abteilungsleiter des Kreisgesundheitsamtes um die Wichtigkeit dieser Einrichtungen weiß und der sich „mit seinem Verwaltungsteam höchst solidarisch zeigt“, wie Landrat Jürgen Pföhler bereits bei der Einweihung der Corona-Ambulanz im April unterstrich.

Auch aktuell muss es wieder schnell gehen. Bereits am 15. Dezember soll das Impfzentrum einsatzbereit sein. Dieses Mal reicht der Platz der Halle allein nicht aus, gleich daneben entsteht ein Containerdorf.

Da das Gelände weitläufig ist, funktioniert alles reibungslos. Gleich am Eingang des Vorplatzes entsteht der Bereich für Anmeldung und Abstrich. In der Halle selbst finden Umbauarbeiten statt. Dort entsteht eine von zwei Impfstraßen. Fünf der aktuell sechs Behandlungsräume werden dafür noch einmal geteilt.

Weitaus mehr zu tun haben die Bauarbeiter im Außenbereich. Dort wird Rasenfläche abgetragen und ein Untergrund für eine Vielzahl von Containern geschottert. Es müssen Wasser- und Stromleitungen in den neuen Bereich verlängert werden. Dorthin soll dann die Corona-Ambulanz verlegt werden.

Pro Impfstraße täglich 350 bis 400 Impfungen

Auch da gibt es eine Neuerung, die Besucher erhalten nicht bloß einen Abstrich und reisen dann wieder ab. Sie bleiben nun vor Ort, wo es rund eine Viertelstunde dauern wird, bis das Ergebnis der Untersuchung feststeht. Dafür wird mit Containern ein Warteraum errichtet.

Ebenfalls als Containerlösung wird es eine zweite Impfstraße geben. Das Gelände wird zudem umzäunt. Ein Sicherheitsdienst wird engagiert. Die Unterbringung des Impfstoffs wird eine weitere Herausforderung mit sich bringen, muss doch das Serum des Mainzer Herstellers Biontech bei einer Temperatur von minus 70 Grad Celsius gelagert werden.

Gearbeitet werden soll im „Corona Impfzentrum Rheinland-Pfalz – Grafschaft-Gelsdorf“, so die offizielle Bezeichnung, nach aktuellen Planungen im Ein-Schicht-Betrieb. Abhängig von der Zahl der Ärzte vor Ort könnten dann pro Impfstraße täglich 350 bis 400 Impfungen durchgeführt werden.In einer ersten Phase (Phase I A) sollen dann in Gelsdorf die Bevölkerungsgruppen mit höchster Priorität geimpft werden. Wer das genau ist, wird derzeit durch die Ständige Impfkommission, die Leopoldina und den Deutschen Ethikrat beraten.

In Phase I B erfolgt die Impfung für Bevölkerungsgruppen mit nachgeordneter Priorität. Beide Impfphasen werden in den Impfzentren durch mobile Teams erfolgen. Anschließend steht das Impfzentrum dann Praxisärzten für Routineimpfungen zur Verfügung.

Das Land trägt die Kosten für Erstellung und Betrieb

Das Impfzentrum wird am Montag im Kreis- und Umweltausschuss vorgestellt. Die Kosten für Erstellung und Betrieb der Impfstation werden vom Land getragen. Ein weiterer Vorteil der Gelsdorfer Mehrzweckhalle neben Größe und Barrierefreiheit ist die Lage. Die Halle liegt nicht mitten im Ort, sondern außerhalb. Insofern bekommen die Gelsdorfer vom Betrieb vor Ort nicht allzu viel mit, An- und Abreisende sorgen nur in der Altenahrer Straße für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen.

Die Straße führt vorbei an der Mehrzweckhalle als Nebenstrecke ins Gewerbegebiet Gelsdorf. Derzeit gibt es Überlegungen, zumindest während der Impfzeiten eine Einbahnstraßenregelung einzuführen. Zudem wird an der Halle eine Bushaltestelle eingerichtet, die künftig vom Linienverkehr angefahren wird.