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Lärmschutz: Die Grafschaft will mehr Ruhe entlang der Autobahnen

Lärmschutz : Die Grafschaft will mehr Ruhe entlang der Autobahnen

Mit großer Mehrheit verabschiedete der Grafschafter Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einen Lärmaktionsplan, mit dem versucht werden soll, den Verkehrslärm entlang der viel befahrenen Straßen deutlich zu verringern.

Lediglich vier Ratsherren der FWG lehnten das Vorhaben ab, vor allem weil man befürchtete, es handele sich lediglich um eine Entschuldigung dafür, dass nichts getan werden müsse und daher auch nichts passieren werde, wie Richard Horn erläuterte. Auch Hubert Münch (SPD) fand es "total frustrierend", dass der Lärmaktionsplan letztlich nicht viel bewirken werde.

"Man kann eigentlich nur hoffen, dass die Autobahn A 61 bald dreispurig ausgebaut wird, denn dann bekommen wir tatsächlich den dringend notwendigen Lärmschutz", war er überzeugt. Immerhin gibt es in der Gemeinde Grafschaft fünf Straßen mit einer Verkehrsbelastung von mehr als drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr: die Autobahnen A 61, A 573 und A 565, die Bundesstraße 257 und die Landesstraße 83.

Auf jeder dieser Straßen fahren täglich mehr als 8200 Fahrzeuge, hatte das Ingenieurbüro Pies ermittelt. Was zur Folge habe, dass fast 3000 Personen am Tag und 1563 in der Nacht in unterschiedlichem Maße von Lärm betroffen sein sollen. Vor allem in Gelsdorf, Ringen, Beller und Bengen, aber auch Lantershofen nervt der Verkehrslärm jeweils Hunderte von Anwohnern. Pies schlug auch eine Reihe von Maßnahmen vor, mit denen man die Lärmbelästigung verringern könnte. So sei es denkbar, auf der A 61 im Bereich von Gelsdorf, Ringen und Beller die Geschwindigkeit auf 100 Stundenkilometer für Pkw sowie auch 80 für Lastwagen zu reduzieren.

Linderung bringen könne auch der Einbau von Flüsterasphalt. Außerdem könne man Lärmschutzwände entlang der Autobahn errichten. Besonders sinnvoll sei eine Kombination aus Geschwindigkeitsreduzierung und Flüsterasphalt, denn das reduziere den Lärmpegel insgesamt im Mittel um bis zu drei Dezibel, so dass etwa ein Drittel der Betroffenen vom Lärm befreit werden könnte.

Eine ergänzende Lärmschutzwand würde den Effekt sogar noch erhöhen, zeigte sich der Gutachter überzeugt. Eine Lärmschutzminderungspflicht gibt es für den Bund übrigens nicht, erklärte Grafschafts Bürgermeister Achim Juchem. Er hofft, dass es im Zuge von anstehenden Lärmschutzwandsanierungen zu Verbesserungen komme.